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H1N1

Zwei Männer sterben an Schweinegrippe

Von Rüdiger Meise

In der Medizinischen Hochschule Hannover sind am Mittwoch zwei Männer an den Folgen der Schweinegrippe gestorben. Beide litten bereits vor der Einlieferung in die Klinik an einer Vorerkrankung.

Zwei Männer sind am Mittwoch in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) infolge einer Infektion mit dem Schweinegrippevirus H1N1 gestorben. Das teilte die Region am Donnerstag mit. Es handelt sich um einen 45-jährigen Mann aus dem Landkreis Hildesheim und einen 39-Jährigen aus Hannover. Beide litten bereits vor der Einlieferung in die Klinik an einer Vorerkrankung. Mit dem 39-jährigen Mann sind nun drei Menschen aus der Region Hannover an der Neuen Influenza gestorben. Erst am Montag war ein einjähriges Mädchen in der MHH dem Virus erlegen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) warnte gestern vor nachlassender Impfbereitschaft in der Bevölkerung nach Meldungen, die Zahl der in Deutschland gemeldeten Infektionen mit dem H1N1-Virus sei in den vergangenen zwei Wochen von 33 000 auf 23 000 gesunken. „Die Nachfrage nach Impfterminen sinkt offenbar“, sagte KVN-Sprecher Detlef Haffke in Hannover. Dabei werden immer mehr schwerst- kranke H1N1-Patienten an die Medizinische Hochschule Hannover überwiesen.

„Seit Beginn der Erkrankungswelle hat das Team der Intensivstationen der MHH bislang 18 an der Schweinegrippe schwerst erkrankte Erwachsene und zwei Kinder übernommen und behandelt“, sagt MHH-Sprecher Stefan Zorn. Derzeit werden elf Patienten aus ganz Niedersachsen auf der Intensivstation künstlich beatmet. Drei Patienten konnten mittlerweile auf eine Normalstation verlegt werden, einer von ihnen wurde bereits nach Hause entlassen. Vier Erwachsene und ein Kind verstarben. In Niedersachsen forderte das Virus bislang zwölf Todesfälle.

„Bei vielen Patienten hat die H1N1-Infektion ein so schweres Lungenversagen hervorgerufen, dass sie neben der künstlichen Beatmung auch eine Herz-Lungenmaschine benötigen“, betont der MHH-Sprecher. Viele der Patienten im Alter von 17 bis 59 Jahre litten nach Angaben der Mediziner an keiner relevanten Vorerkrankung. Derzeit kommen täglich noch weitere Fälle hinzu.

Ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums kündigte an, dass in der kommenden Woche eine Lieferung von 280 000 Dosen Impfstoff gegen die Schweinegrippe erwartet werde. Er begrüßte die Ankündigung des Paul-Ehrlich-Instituts des Bundes, dass künftig nur noch eine statt wie bisher zwei Impfdosen zum Immunschutz gegen das Virus nötig sei. „Damit haben wir Impfstoff für mehr als 60 Prozent der Bevölkerung in Niedersachsen“, betonte er.

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