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Erinnerung

Expo-Fan zeigt 3-D-Schau von der Weltausstellung

Von Juliane Kaune

Die Expo zum Greifen nah: Manfred Handke begeistert mit seiner 3-D-Diaschau von der Weltausstellung in Hannover.
Die schönsten Momente der Expo in 3 D

Die schönsten Momente der Expo in 3 D

© Uwe Dillenberg

Es gibt viele Menschen, die sich immer wieder gern an die Expo erinnern, ihre Erlebnisse Revue passieren lassen und an das Lebensgefühl aus dem Jahr 2000 zurückdenken. Und es gibt Manfred Handke. Der 63-jährige Marketingberater ist mehr als ein Expo-Fan. Er scheint mit einer Art Expo-Virus infiziert zu sein, ist ein unermüdlicher Botschafter in Sachen Weltausstellung – und dürfte wohl der Einzige sein, der während der fünf Expo-Monate mehr als 1800 Fotos aus dem Jahr 2000 in 3-D-Optik angefertigt hat.

Es ist Handke nicht leichtgefallen, die 340 Bilder auszuwählen, die er jetzt anderen Expo-Nostalgikern in einer liebevoll zusammengestellten Diaschau präsentierte. Da ist die Expo an diesem Abend wieder zumGreifen nah. Ganz häufig sind im Museum Exposeeum Ausrufe wie „Ach ja, weißt du noch?“ oder „War das nicht schön?“ zu hören. Mit den typischen Brillen auf der Nase verfolgen die gut 60 Zuschauer die dreidimensionale Reise zurück ins Jahr 2000. Handke zeigt freundlich lächelnde Finninnen mit Zipfelmützen, Kamele am Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate, Bauchtänzerinnen im „Wüstenschloss“ des Jemen, die legendären Gipsköpfe aus dem Deutschen Pavillon, endlos lange Warteschlangen vor den „gestapelten Landschaften“ Hollands – und, und, und ...

„Nur 36-mal war ich auf der Expo“, gesteht er seinem Publikum. „Das war natürlich viel zu wenig“. Den inoffiziellen Besuchsrekord der an diesem Abend Versammelten steuert Christa Dechend bei: 120 der 153 Expo-Tage war die Laatzenerin auf dem Gelände, mindestens viermal besuchte sie jeden der Pavillons. „Das alles war ein Traum für mich und wird es immer bleiben“, schwärmt die 71-Jährige. Noch heute ist die frühere Schulsekretärin froh, dass sie pünktlich zumExpo-Start pensioniert wurde. „Sonst hätte ich viel zu wenig Zeit gehabt.“

Manfred Handke reut es auch zehn Jahre später noch, dass er im Jahr 2000 auf Teneriffa einen ganz normalen Sommerurlaub verlebt hat: „Ich hätte das ausfallen lassen sollen, um meine Weltreise auf der Expo zu verlängern.“ Am liebsten, sagt er, habe er Nepal besucht – und meint damit den Pavillon des Landes. Echte Expo-Fans lassen diesen Zusatz einfach weg. Schließlich fühlten sie sich fast so, als wären sie tatsächlich in dem jeweiligen Land. Den nepalesischen Tempel mit seiner 13 Meter hohen Stupa hat Handke Dutzende Male fotografiert. Dass dieser nicht in Hannover erhalten werden konnte und heute in Regensburg steht, bedauert er zutiefst.

Am Ende des Abends ist das Lied „If I Could Turn Back Time“ zu hören. Und die Zeit zurückzudrehen, das wünschen sich Handke und die anderen so manches Mal.

Einen Ausschnitt aus seiner 3-D-Schau zeigt Handke noch einmal bei der „Nacht der Museen“ am Sonnabend, 12. Juni, im Exposeeum, Expo-Plaza 11. An diesem Tag ist von 18 bis 1 Uhr geöffnet.

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