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Jubiläumsparty

Gute Laune auf dem geliebten Expo-Gelände

Von Juliane Kaune

Auch die abgespeckte Jubiläumsparty an der Plaza kommt bei den 2500 Besuchern an. Besonders die Rundfahrten sind beliebt.
Etwas Expo-Flair: Die Trommler und Tänzer von „Akoma Pa".

Etwas Expo-Flair: Die Trommler und Tänzer von „Akoma Pa".

© Christian Burkert

Eigentlich waren sie mit Idriss verabredet. Doch der marokkanische Märchenerzähler, mit dem Ingrid und Fritz Dehrmann seit der Expo befreundet sind, hat es nicht pünktlich nach Hannover geschafft. Er lebt heute in Berlin, die Dehrmanns sind in der Nähe von Hamburg zu Hause, und bei der Expo-Jubiläumsfeier am Wochenende hätten sie gern Erinnerungen ausgetauscht. Nun lässt sich das Ehepaar mit anderen Expo-Nostalgikern im Bus über das Weltausstellungsgelände chauffieren. Bei der Rundreise werden auch ohne Idriss die schönsten Momente aus dem Jahr 2000 wieder lebendig. „Das war unser erster Pavillon“, ruft Fritz Dehrmann und zeigt strahlend auf die „gestapelten Landschaften“ Hollands. Dass die einen erheblichen Teil ihrer Schönheit eingebüßt haben, scheint ihn nicht zu stören.

Die Touren über das Messegelände (das frühere Expo-Westgelände) und das Expo-Ostgelände sind für viele der 2500 Besucher einer der Höhepunkte des zweitägigen Festes. Unterm Strich ist das Revival, das die Stadt mit dem Exposeeum und Fachhochschulstudenten veranstaltet hat, eher bescheiden ausgefallen. Nachdem der ursprüngliche Organisator abgesprungen war, blieb nur eine deutlich abgespeckte Variante übrig. Die Festivitäten spielen sich nun auf dem schmalen Streifen zwischen Exposeeum und Deutschem Pavillon ab. Eine Bühne gibt es, ein Zelt für Kinder und Imbissbuden.

Doch die Expo-Fans machen zufrieden Gesichter. Mal wieder auf dem geliebten Gelände zu sein, reicht vielen offenbar schon. Und als am Sonnabend die zehn Trommler und Tänzer von „Akoma Pa“ aus Ghana mit ihrer temperamentvollen Show die Bühne stürmen, kommt trotz Nieselregen etwas von dem Gefühl auf, das viele Hannoveraner seit ihren Besuchen in der Expo-Afrikahalle über zehn Jahre konserviert haben. Auch Reggae aus Jamaika und A-Capella auf Italienisch passen in diese Kategorie. Beim übrigen Programm mit Stepptanz, Jazz und Clownscomedy fällt einem nicht unbedingt als Erstes die Expo ein.

Omnipräsent ist sie im Exposeeum. In dem Museum an der Plaza halten Unermüdliche mit wenig Geld und viel Leidenschaft das Expo-Erbe hoch. Ob Filme, Führungen, Flohmarkt – alles dreht sich um das eine Thema. Zur Zehn-Jahr-Feier gibt es eine Überraschung: Ilse Paul, Expertin für historische Guckkästen, hat ihre gut 100 Jahre alten Geräte mit Aufnahmen aus dem Jahr 2000 bestückt und zeigt diese in dreidimensionaler Optik. Marielle Manny kann sich nicht losreißen von den Bildern. Dabei war die Neunjährige zu Expo-Zeiten noch nicht auf der Welt. Auf dem Gelände war sie trotzdem: Mama Astrid ließ es sich nicht nehmen, die Expo zu besuchen, bevor Marielle am 24. Juli geboren wurde. Ihre heute 13-jährige Schwester Vivienne erinnert sich an „so einen großen Wasserfall“, und Papa Hans-Peter schwärmt von den „Kurzferien nach der Arbeit“, wenn er mit dem Abendticket übers Gelände schlenderte. Auch Originalfotos von der Expo 1900 in Paris können die Gäste im Guckkasten bestaunen. Wer weiß, was in 100 Jahren von der Expo 2000 noch zu sehen sein wird …

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