Die hannoverschen Jobcenter kümmern sich um 120.000 Menschen, die nicht aus eigener Kraft ihren Lebensunterhalt verdienen können. Doch diese wichtige Aufgabe tritt immer wieder in den Hintergrund: Seit Jahren kämpfen Region und Agentur für Arbeit um die Vorherrschaft in der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Jobcenter. Die Querelen um Geschäftsführer Thomas Heidorn sind eine weitere Episode. [Stand: August 2009]
In keiner öffentlichen Dienststelle im Raum Hannover ist in der jüngeren Vergangenheit mehr Porzellan zerschlagen worden als im gemeinsam von Regionsverwaltung und Arbeitsagentur betriebenen Jobcenter. Beide Seiten verkeilten sich in einen langwierigen Streit um den Geschäftsführer Thomas Heidorn, bis dieser schließlich ging.
Die Trägervertretung der JobCenter in der Region Hannover hat am Donnerstag den Nienburger Horst Karrasch zum neuen Geschäftsführer der JobCenter gewählt. Er soll seinen Dienst am 1. Juli antreten.
Der Streit um die Chefposition beim gemeinsamen Jobcenter von Region und Arbeitsagentur Hannover hat ein überraschendes Ende gefunden. Der bisherige Geschäftsführer Thomas Heidorn wird die Einrichtung nun doch im Sommer verlassen und seinen Stuhl zugunsten von Horst Karrasch räumen.
Um zu verstehen, wie verkorkst das Verhältnis zwischen Arbeitsagentur und Region in Sachen Jobcenter ist, kann man sich an eine Episode aus dem November 2007 erinnern.
Der Streit zwischen Region und Arbeitsagentur rund um die Jobcenter geht in eine neue Runde. Entgegen früheren Plänen bleibt der bei der Arbeitsagentur ungeliebte Thomas Heidorn zunächst Geschäftsführer der JobCenter, weil Regionspräsident Hauke Jagau als sein Dienstherr ihn nicht abberuft.
Für die Jobcenter in der Region Hannover muss ein neuer Chef gesucht werden. Der derzeitige Geschäftsführer Thomas Heidorn wechselt zum 30. Mai 2009 in die Regionsverwaltung, wo er Gerhard Meyer als Fachbereichsleiter Umwelt beerbt. Seine Stelle bei den Jobcentern soll öffentlich ausgeschrieben werden.
Was vor gerade mal zwei Jahren den Weg in die Zukunft weisen sollte, endet in der Sackgasse. Die 2005 gebildeten Arbeitsgemeinschaften (Argen) zur Betreuung von Langzeitarbeitslosen sind verfassungswidrig.
Wieder ist die Arbeitsagentur mit einem Versuch gescheitert, den Jobcenter-Chef Thomas Heidorn aus dem Amt zu drängen. In der jüngsten Sitzung der Trägervertretung, der jeweils vier Mitglieder der Bundesbehörde und der Region angehören, lehnten die Regionsvertreter den Antrag auf Heidorns Abwahl ab.