Die hannoverschen Jobcenter kümmern sich um 120.000 Menschen, die nicht aus eigener Kraft ihren Lebensunterhalt verdienen können. Doch diese wichtige Aufgabe tritt immer wieder in den Hintergrund: Seit Jahren kämpfen Region und Agentur für Arbeit um die Vorherrschaft in der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Jobcenter. Die Querelen um Geschäftsführer Thomas Heidorn sind eine weitere Episode. [Stand: August 2009]
Der Machtkampf zwischen der Agentur für Arbeit und der Region, die das JobCenter Region Hannover betreiben, spitzt sich zu: Die Bundesbehörde hat am Montag beim Sozialgericht eine Klage gegen das JobCenter eingereicht.
Der Geschäftsführer der Job-Center in der Region Hannover, Thomas Heidorn, bleibt wie vorgesehen bis Jahresende 2010 auf seinem Posten. In der sogenannten Trägerversammlung, einer Art Aufsichtsrat, scheiterten die Vertreter der Bundesagentur für Arbeit aus Hannover, Celle, Nienburg und Hameln mit einem Abwahlantrag, weil die Abgesandten der Region nicht mitzogen.
Als „ungerechtfertigte Panikmache gegenüber Arbeitslosen“ hat Marianne Gersdorf, Geschäftsführerin der hannoverschen Agentur für Arbeit, Kritik an der Personalpolitik für die Jobcenter zurückgewiesen.
Die Arbeitsgemeinschaft der Jobcenter (Arge) hat jetzt auch offiziell einen neuen Leiter: Am Freitag haben Region und Arbeitsagentur dem 39-jährigen Juristen Thomas Heidorn das Vertrauen ausgesprochen.
Im Streit um die Umsetzung der Arbeitsmarktreform Hartz IV schlägt die Arbeitsagentur zurück: Gerd-Dieter Brüggemann, Geschäftsführer des früheren Arbeitsamtes, hat sich gegen die Kritik von Regionspolitikern gewehrt und die bisherige Arbeit verteidigt.
Die Arge, in der Region zuständig für die Umsetzung der Arbeitsmarktreform, wehrt sich gegen Kritik aus der SPD-Regionsfraktion, für die Vermittlung der arbeitslosen Jugendlichen bis 25 Jahre werde zu wenig getan.
Für etwa 60.000 Empfänger des neuen Arbeitslosengelds II, darunter 7400 junge Menschen unter 25 Jahren, herrscht jetzt mehr Klarheit: Die Regionsversammlung hat einstimmig die Gründung der bisher umstrittenen Arbeitsgemeinschaft (Arge) beschlossen.