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17. November 2007

Heidorns Abwahl wieder gescheitert

Von Jutta Oerding

Wieder ist die Arbeitsagentur mit einem Versuch gescheitert, den Jobcenter-Chef Thomas Heidorn aus dem Amt zu drängen. In der jüngsten Sitzung der Trägervertretung, der jeweils vier Mitglieder der Bundesbehörde und der Region angehören, lehnten die Regionsvertreter den Antrag auf Heidorns Abwahl ab.

Nur auf einstimmigen Beschluss können die Partner den Geschäftsführer ihres gemeinsamen Jobcenters abberufen. Trotzdem hatte Marianne Gersdorf, Chefin der Agentur für Arbeit Hannover, das Glück auf ihrer Seite: Das Los entschied, dass sie zur stellvertretenden Vorsitzenden der Trägervertretung ernannt wurde.

Sozialdezernent Erwin Jordan als Vorsitzender hatte monatelang keinen Vertreter. Nach Informationen der HAZ waren die Regionsvertreter bereit, Gersdorf zur zweiten Vorsitzenden mitzuwählen. Sie forderten die Behördenleiterin jedoch zuvor auf, ihre aus Sicht der Region eindeutig widerlegten Vorwürfe gegen Heidorn zurückzunehmen. Als dies nicht geschah, stimmten die Regionsvertreter gegen die Agenturchefin, sodass sich ein Patt ergab. Deshalb wurde gelost.

Schon am 13. Juli hatte sich die Bundesbehörde vergeblich um Heidorns Abberufung bemüht. Die gescheiterte Abwahl von damals dient jetzt als Anlass für eine Klage beim Sozialgericht. Heidorn wird vorgeworfen, die Agentur öffentlich davor gewarnt zu haben, die zahlreichen befristeten Verträge der Mitarbeiter des Jobcenters nicht zu verlängern. Zudem soll er eine Sitzung der Trägervertretung „eigenmächtig“ abgesetzt haben. Diesen Vorwurf bezeichnet Regionspräsident Hauke Jagau als „absurd“.

Das Sozialgericht soll jetzt feststellen, ob die gescheiterte Abwahl vom 13. Juli nichtig ist oder der Antrag der Agentur auf Heidorns Abwahl als angenommen gilt. Die verblüffende Argumentation: Da Heidorn als Geschäftsführer untragbar sei, wären die Regionsvertreter verpflichtet gewesen, seine Abwahl zu unterstützen. So aber sei ihr Votum nichtig. Folglich, meint die Agentur, dürften diese vier Stimmen gar nicht mitgezählt werden. Übrig blieben nur die vier Stimmen der Bundesbehörde – und damit sei Heidorn einstimmig abgewählt worden. Agentur für Arbeit und Region wollten sich am Freitag dazu nicht äußern.

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