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Jeder bekommt seine Chance

HAZ-Aktion Jeder bekommt seine Chance

Bei der HAZ-Aktion „Zeigt was ihr könnt" dürfen auch die alle mitmachen, die im ersten Anlauf 2008 keine Lehrstelle gefunden haben.

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Carsten Dettmers braucht in seiner Landschlachterei in Elze noch einen Lehrling.

Quelle: Martin Steiner

Wer in diesem Jahr eine Ausbildung anfängt, kommt nicht unbedingt frisch von der Schule. Ein Teil der Schulabgänger hatte 2008 auf dem ersten Arbeitsmarkt, wo Beschäftigungsverhältnisse ohne staatliche Leistungen wie Zuschüsse oder Hilfsmaßnahmen zustandekommen, kein Glück. „So mancher Jugendlicher konnte im vergangenen Jahr nicht vermittelt werden und hat mit einer berufsvorbereitenden Maßnahme begonnen“, sagt Rainer Keßler, Sprecher der Agentur für Arbeit in Hannover. Zu den berufsvorbereitenden Maßnahmen gehören zum Beispiel die berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) und die betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ). Ende Juni waren bei der Agentur für Arbeit Hannover 411 Teilnehmer an der BvB und 106 Teilnehmer an der EQ gemeldet. „Bei einem Großteil führt die zweite Chance zum Erfolg“, sagt Keßler.

Dennoch sind berufsvorbereitende Maßnahmen umstritten. Einem Bericht des ZDF-Magazins „Frontal 21“ zufolge befanden sich im März knapp eine halbe Million junge Erwachsene darin. Das koste den Staat sehr viel Geld, doch der Erfolg bliebe oft aus: Nach einem Jahr hätten viele Jugendliche immer noch keinen Ausbildungsplatz gefunden und blieben dann im Übergangssystem stecken.

Silvana Bluhm kennt diese Kritik. Sie ist Betriebsstellenleiterin der FAA Bildungsgesellschaft Nord, die pro Jahr 400 BvB-Plätze anbietet. „Gäbe es diese Maßnahmen nicht, würde man die Jugendlichen einfach im Stich lassen“, sagt sie. Zur FAA in der Tannenbergallee kommen junge Erwachsene, die ihre Schulpflicht erfüllt, aber keine Lehrstelle gefunden haben – aus vielerlei Gründen. „Sie haben sich nicht genug gekümmert oder können keine guten Noten vorweisen“, sagt Bluhm. Die BvB bietet in allen Fällen individuelle Hilfe – sogar ein fehlender Hauptschulabschluss kann nachgeholt werden. Wer sich bereits für eine berufliche Richtung entschieden hat, dem werden die Grundkenntnisse des ersten Lehrjahres vermittelt, und er kann mithilfe von längeren Praktika einen geeigneten Betrieb finden. „Wer noch nicht weiß, welchen Job er ausüben will, entwickelt zunächst eine Perspektive“, sagt die ausgebildete Sozialarbeiterin.

Die Erfolgsquote liege bei bis zu 47 Prozent. Knapp die Hälfte der Teilnehmer kann nach neun Monaten in die Lehre vermittelt werden. Der Großteil der anderen Hälfte bricht vorher ab. „Zum Beispiel wegen mangelnder Motivation“, sagt Bluhm. Neun Monate seien sehr kurz. „Wer etwa mit schwierigen familiären Verhältnissen zu kämpfen hat, braucht mehr Zeit, um sich um seine Ausbildung zu kümmern.“ So war es zum Beispiel bei dem 22-jährigen Lars Wulfes aus Kirchrode. Nach Problemen zu Hause und mehrfachem Schulwechsel hat er im Anschluss an die BVB nun eine Lehrstelle zum Groß- und Außenhandelskaufmann in der Tasche. „Bei mir ist irgendwann der Groschen gefallen, und ich habe gemerkt, dass ich das für mich selbst tue“, sagt Wulfes. Andere scheitern zunächst an ihren schlechten Schulnoten, bewähren sich aber in der Praxis. Für sie kommt die EQ in Frage. Dieses betriebliche Langzeitpraktikum von bis zu zwölf Monaten mündet nicht selten in ein Ausbildungsverhältnis. Michael Falke vom Subway Restaurant in Langenhagen hat gute Erfahrungen gemacht: „Zwei Teilnehmer haben wir dieses Jahr übernommen. Für sie braucht man etwas mehr Geduld, aber es ist schön zu sehen, wie sie sich entwickeln“, sagt er.

Suchen Sie für das jetzt beginnende Lehrjahr noch Auszubildende? Dann rufen Sie uns unter Telefon (0511) 5182817 an oder schicken Sie uns eine E-Mail an ausbildung@haz.de.

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