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Zwischen Wind und Schatten

Schützenfest in Hannover ist wie gemacht für heiße Tage


Zwischen Wind und Schatten: Das Schützenfest in Hannover ist wie gemacht für heiße Tage – die meisten Fahrgeschäfte versprechen nicht nur Spaß, sondern auch Abkühlung. Ein HAZ-Test.
Der Karussell-Klassiker: HAZ-Autorin Rebecca Gerigk im „Wellenflug“.

Der Karussell-Klassiker: HAZ-Autorin Rebecca Gerigk im „Wellenflug“.

© Nico Herzog

Mit einem hämischen Lachen zückt die Mumie ihre Wasserpistole und verpasst den Geisterbahnbesuchern eine kalte Dusche. Was unter normalen Umständen für wenig Begeisterung bei den Fahrgästen sorgt, führte am Wochenende zu lautem Jubel und Rufen nach mehr, sagt der Besitzer der „Großen Geisterbahn“, Rudolf Schütze. Bei Temperaturen von bis zu 35 Grad waren viele Schützenfestbesucher über jede Abkühlung dankbar. Und vermutlich wird es noch einige Tage so weitergehen: Ab Mittwoch soll es wieder heiß werden.

Bereits wenige Meter vom Haupteingang des Festplatzes entfernt, wartet das „Münchner Lach- und Freu-Haus“ darauf, seine Erfrischungstauglichkeit zu beweisen. Plätschernde Springbrunnen kündigen kühle Nässe an, und an der Kasse werden Brillen verteilt, die Schutz vor der gleißenden Sonne versprechen. Doch die Vorfreude wird schnell enttäuscht: Die Springbrunnen sind nur Dekoration und die Brillen sollen nicht vor der Sonne schützen, sondern lassen die bunten Lichter in der „Zaubertreppe“ in allen Spektralfarben leuchten. „Die Lichter sehen aus, als habe man zwei Pupillen“, erklärt Kassierer Thomas Krajnc die schwindelerregende Sicht durch die Brillengläser. Wer jedoch eher nach Abkühlung sucht, als nach optischen Grenzerfahrungen, für den kommt im „Lach- und Freu-Haus“ nur die „rollenden Tonne“ in Frage: Hier balancieren Besucher durch einen sieben Meter langen Tunnel – im Schatten.

Auch die nächste Attraktion wirkt zumindest von außen vielversprechend: „Après-Ski-Party“ heißt das Fahrgeschäft, das Gedanken an frostige Skipisten aufkommen lässt. Im Inneren fehlt von Schnee jedoch jede Spur, denn es handelt sich lediglich um eine Art drehendes Spiegelkabinett. „Mit einer Schneekanone wäre der Boden rutschig und damit zu gefährlich. Sonst hätte ich schon längst eine“, erklärt Andi Fackler, Besitzer des wenig frostigen „Après-Ski-Party“.

Gleich mehrere Buden bieten „Monsterslush“ an, den „supercoolen Monsterdrink“, dessen Zutaten die Wirte geheim halten wollen. Ebenso erfrischend ist ein alkoholfreier Caipirinha, der aus Sprite, Limetten, Zucker und viel Eis besteht. Damit gestärkt, kann es in die nächste Testrunde gehen, und zu einem Besuch bei einem echten Klassiker auf dem Fest: Das Kettenkarussell „Wellenflug“ wirbelt die Besucher durch luftige Höhen und garantiert dabei jede Menge erfrischenden Fahrtwind.

Die Attraktion, die am meisten nach Abkühlung aussieht, kommt zum Schluss: Mit einer Höhe von 21 Metern ragt die Wildwasserbahn über die Dächer der Festplatzbuden hinaus und lädt schon von Weitem zur Ganzkörpererfrischung ein. Mit bis zu 60 Stundenkilometern rasen die Fahrgäste in einem der aushöhlten Baumstämme durch die 384 Meter lange Bahn. 600.000 Liter Wasser sorgen dafür, dass die meisten von ihnen völlig durchnässt aus der angeblich größten transportablen Wildwasserbahn Deutschlands aussteigen. Schwitzende Besucher kommen dort voll auf ihre Kosten – nach einer Runde sind sie zwar bisweilen nass, aber bestimmt glücklich.

Am Mittwoch ist Familientag. Viele Schausteller reduzieren am Nachmittag ihre Preise bis zu 50 Prozent.

Michael Soboll und Rebecca Gerigk

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