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Schützenfest 2011 482. Schützenfest in Hannover ist eröffnet
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20:16 02.07.2011
Prost: Nach dem Bieranstich stießen Jürgen Wolf, Andre Hilmer, Stephan Weil, Ulrike Marris, Paul Eric Stolle und Tino Arendt (von links) gemeinsam an. Quelle: Thomas
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Hannover

Das Gilde-Tor auf dem Schützenplatz bot am Freitagabend ein besonders skurriles, aber schönes Bild. Die vier frisch verpflichteten Bruchmeister schritten stolz im schwarzen Cutaway mit Zylindern und den traditionellen weißen Handschuhen Seite an Seite mit Oberbürgermeister Stephan Weil ihrem Tageshöhepunkt entgegen: der Eröffnung des 482. weltgrößten Schützenfestes. Und wer wartete dort am Eingang auf die ledigen Herren, mit gutem Charakter und Leumund, wie es in den traditionellen Bestimmungen heißt? Ausgerechnet der derbe Treckerfahrer Günther, Comedian Dietmar Wischmeyer in seiner Paraderolle. Mit Trecker und seiner Gülleband holte er die jungen Traditionsträger ab und verteilte Ratschläge an das Quartett. „Ihr müsst für Ordnung sorgen auf dem Platz. Das heißt, keinerlei Sexualleben!“, riet ihnen Günther. Die jungen Bruchmeister lächelten nur freundlich, ihre Paraderolle.

Im Festzelt Marris übernahm der Oberbürgermeister die Regie. Mit zwei kräftigen Schlägen stach er souverän das erste Fass des Festes an. „Das Festbier ist gar wohlgeraten. Das 482. Schützenfest ist eröffnet“, sagte Weil. Die Party konnte beginnen.

Für die jungen Bruchmeister war es der vorerst letzte Akt eines langen Feiertages. Schon um 14 Uhr wurden Sebastian Römer (20, von der SG Linden), Felix Loeser (18, von der USG Misburg), Daniel Dombrowski (24, von der Kronen-Schützen-Gilde) und Daniel Broska (18, von der SG Badenstedt) im Hause Rebmann eingekleidet.

Um 15 Uhr bezogen sie das Maritim Grand Hotel, das auch in diesem Jahr den Bruchmeistern für die Zeit des Festes ein eigenes Quartier zur Vefügung stellt, und um 17 Uhr nahmen sie am ökumenischen Schützengottesdienst in der Marktkirche teil. Bei diesem bat Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann die Schützen, die Dinge zu ändern, die zu ändern sind, und Gelassenheit zu bewahren, wenn diese nötig sei – ein Rat, den man auch als Anspielung auf die Neuausrichtung des Schützenfestes lesen kann.

Eine Stunde später wurden die vier jungen Herren im Neuen Rathaus zu echten Bruchmeistern. Weil verpflichtete sie mit einem dreifachen „Horrido“, vergab die städtischen Schilde des Jahres 2010 und proklamierte die Landeskönige im Schützenbund Niedersachsen. Im Publikum applaudierten Hunderte Schützen und sogar ein 50-köpfiges Blasmusikorchester aus Ulm, das extra zum Schützenfest angereist ist.

Später sangen die Bruchmeister mit den vielen Gästen in der Festhalle das „Niedersachsenlied“, während sich die ersten Feiergäste im Dax-Partyzelt ein Michael-Jackson-Double anschauten oder auf der GIG-Bühne der Rockband Peppermint Petty lauschten. Die Bruchmeister feierten ihr neues Amt ganz seriös und zeigten sich auch bei der Lüttjen Lage als Profis. Noch viel später wollten sie im Hotel zumindest etwas schlafen. Das sollten sie auch. Die nächsten Tage dürfte anstrengend werden, aber schön.

Jan Sedelies

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