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Schützenfest 2011 Eine Million Besucher beim Schützenfest in Hannover
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21:09 10.07.2011
Von Bärbel Hilbig
Ende einer Achterbahnfahrt: Wilfried Engelke (links) und Stephan Weil hatten sich mit zwei Bruchmeistern die Gondel geteilt. Quelle: Daniel Reinhardt
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Hannover

„Die bisherigen Zahlen waren gefühlt. Jetzt haben wir von oben gezählt“, sagte Oberbürgermeister Stephan Weil bei der Bilanz. Er verwies auf ein weiteres wichtiges Indiz: Die Brauereien verkauften mehr Bier als im Vorjahr.
Aus Sicht von Schaustellern und Schützen ging das Konzept mit zahlreichen neuen Veranstaltungen auf. Weil sprach von der ersten Etappe eines mehrjährigen Prozesses. Schützenpräsident Paul-Eric Stolle lobte das Engagement der Brauereien. „Sie haben für ihre Initiativen Geld in die Hand genommen. Das ist nicht selbstverständlich.“

Das Fest sei sehr friedlich verlaufen, betonten Polizei und Rettungsdienst. Die Polizei zählte wie im Vorjahr 50 Straftaten. Das Deutsche Rote Kreuz berichtete, es habe keine Probleme mit alkoholisierten Jugendlichen gegeben.

In der Achterbahn mittags um zwölf

Das hat er nun davon. Als „ordentlicher Oppositionspolitiker“ hatte FDP-Mann Wilfried Engelke behauptet, ein Schützenfest unter Regie der Stadtverwaltung könne gar nichts werden. Am Sonntag musste Engelke deshalb Achterbahn fahren – er hatte gegen dem Oberbürgermeister gewettet, dass keine Million Besucher zum Fest kommen und verloren.

Oberbürgermeister Stephan Weil stieg dann doch mit ein. „Aus Solidarität. Ich bin Sozialdemokrat.“ Aus der Gondel, in der auch noch zwei Bruchmeister saßen, war während der Fahrt schrilles Kreischen zu hören. Wer da so laut schrie, ließ sich nicht zweifelsfrei ermitteln, doch Weil bekannte hinterher, Spaß gehabt zu haben, und Engelke erzählte: „Auf dem Außensitz denkt man wirklich, man fällt runter.“

Dieses Jahr hatte zum ersten Mal Klaus Timaeus aus dem Büro des Oberbürgermeisters die Leitung des Festes übernommen. Bei der Bilanz zeigten sich am Sonntag fast alle Seiten mit den neuen Aktionen wie Livemusikbühne, Kleingärtnerabend und NDR-Party zufrieden. „Unser Wunsch war es immer, dass das Schützenfest wieder ins Rathaus kommt“, sagte Arthur Armbrecht, Präsident des Schaustellerverbands Niedersachsen. Das neue Konzept passe. „Der Aufmarsch der Schützen aus ganz Niedersachsen war imponierend.“

„Wir waren deutlich erfolgreicher als im Vorjahr“, sagt André Hilmer vom Brauereikonzern InBev, der 75 Prozent des Ausschanks betreute. Im Herrenhäuser-Festzelt hätte man sich dagegen mehr Resonanz gewünscht. Jörg Politze von der Herrenhäuser Brauerei schlug vor, weitere Tage mit Schützen aus dem Umland zu organisieren. Schützenpräsident Paul-Eric Stolle hob neben den neuen Angeboten hervor, dass das Feuerwerk am Freitag und der Familientag weiter verlässliche Zugpferde seien. Engelke regte an, einen zweiten Familientag einzuführen.

Timaeus will jetzt bei ortsansässigen Firmen für das nächste Fest werben. „Da gibt es noch ein bisschen Luft.“ Im November soll auf der Basis der diesjährigen Neuerungen das Konzept für nächstes Jahr stehen. Und Engelke versicherte, als Werbung für das Schützenfest gerne wieder eine Wette zu verlieren. „Aber dann doch lieber im Riesenrad.“

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