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Eine Riesenradfahrt mit Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil

Über dem Schützenplatz Eine Riesenradfahrt mit Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil

So eine Riesenradfahrt scheint auch einen stets souverän wirkenden Oberbürgermeister irgendwie zu berühren. Minutenlang spricht Stephan Weil in der Gondel hoch über dem Schützenplatz in Hannover über die Belange der Stadt.

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Entspannte Rundfahrt: Oberbürgermeister Stephan Weil mag es ruhiger.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Er drückt seine Hoffnung aus, dass das neue Konzept des Schützenfestes angenommen wird, lobt Hannover als wichtigen Messestandort und als Heimat von Menschen, die Deutschland in den vergangenen Jahren entscheidend geprägt haben – und dann gibt er schließlich zu, ganz einfach stolz auf das größte Schützenfest der Welt zu sein. „Auch wenn ein Kollege in Neuss aus unerfindlichen Gründen den Titel für seine Stadt beansprucht.“

Der Oberbürgermeister steht hinter Hannover. Das sollte er auch. Und plötzlich – kurz nach den Riesenradrunden mit Blick auf das Rathaus, die AWD-Arena und den Maschsee – hält Weil kurz inne und beginnt zu lächeln. „Ich mag Hannover“, sagt er schlicht und lächelt weiter vor sich hin. Es sei so grün von oben. „Einfach schön.“ Vielleicht hat Weil die Stadt darum nie richtig verlassen, höchstens zum Studium in Göttingen. „Ich bin kein Mensch, der ständig sein Zentrum wechselt“, verrät er im Riesenrad. Hannover sei sein Zuhause. „Ich bin ein Tiefwurzler.“

Seit den siebziger Jahren kommt er darum auch als Nichtschütze zum Festplatz. Früher ist er hier Autoscooter gefahren oder war als Zivildienstleistender als einziger Mann mit den Kolleginnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie unterwegs. „Ich bin ein Langläufer des Festes.“ Das habe sich auch als Oberbürgermeister nicht verändert, auch wenn er heute oft von Besuchern angesprochen wird. Und in diesem Jahr ist Weil noch weniger Privatmann, wenn er zwischen Karussells und Schützenzelten flaniert, gilt die Stadt doch als Motor des neuen Festkonzeptes. „Natürlich haben wir in diesem Jahr besonders viel über das Fest gesprochen“, sagt er. Einfach zurücklehnen fällt da schwer.

„Zum Beispiel wünsche ich mir besseres Wetter, damit noch mehr Gäste zum Restaurant Spago kommen.“ Auch die neue Platzordnung schaue er sich mit Wohlwollen von oben an. Doch dann fällt Weils Blick auf das Kettenkarussell, und die planerischen Herausforderungen sind vergessen. „Früher fand ich das langweilig und wollte in möglichst schnelle Fahrgeschäfte.“ Heute reicht ihm das Riesenrad. Weil ist gelassener geworden. Vielleicht sieht er darum auch die Entwicklung der Schützenvereine und des Schützenfestes entspannt. „Ich glaube, dass das Fest mit den Jahren immer bunter werden wird.“ Immer mehr Gruppen würden die Veranstaltung für sich entdecken, auch wenn sie im Kern ein Schützenfest bleiben werde, prognostiziert der Oberbürgermeister. „Und ein Teil von Hannover“, sagt Weil. Er klingt dabei wieder so stolz wie ein Stadtoberhaupt – und wie jemand, der es ernst damit meint.

Erstmals dreht sich in diesem Jahr auf dem Schützenplatz das Nostalgie-Riesenrad „Roue Parisienne“ des Dortmunder Schaustellerbetriebs Burghard-Kleuser. Während des Festes fährt die HAZ täglich mit.

Jan Sedelies

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