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Schützenfest 2011 Misswahl in Gummistiefeln auf dem Schützenfest Hannover
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22:57 04.07.2011
Neun Damen bewarben sich um den Titel der hannoverschen Gartenkönigin. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Grasgrün, Sonnenblumengelb und Blütenweiß – Gartenfarben dominierten am Montagabend auf dem Schützenplatz. Mit einem dreifachen „Gut Grün!“ und in knalligen T-Shirts – eben in Grün, Gelb und Weiß – zogen rund 200 hannoversche Kleingärtner vom Bahnhof zum Festplatz. Später kürten sie im Herrenhäuser-Zelt die erste hannoversche Gartenkönigin: Kerstin Gläsel setzte sich gegen acht Konkurrentinnen durch. „Wir Gärtner sind wie eine riesengroße Familie“, sagte Bärbel Geske vom Laubenpieperverein Vereinigte Steintormasch schwärmerisch.

Dass die Hobbygärtner nicht nur den grünen Daumen haben, sondern auch feiern können, bewiesen sie im Zelt beim Schunkeln und Mitklatschen.

Gärtner auf dem Schützenfest? „Na, klar! Hannover ist schließlich eine grüne Stadt“, sagte der Veranstalter des Abends, Lutz Rädecker. „Außerdem wollten wir die Schützen unterstützen“, erklärte der Mann, der auch das Gaypeople-Zelt betreibt. Ihn verpflichtet dazu auch die Familientradition: Rädeckers Vater Karl-Heinz ist Präsident des Bezirksverbandes Hannover der Kleingärtner. Er führte standesgemäß den Umzug der Gärtner an und eröffnete die Party mit der schrillen Moderatorin Daphne de Luxe im Zelt. Etwa 300 Kleingärtner aus rund 50 hannoverschen Vereinen schunkelten gleich beim Auftaktlied der drallen Blondine aus der Südstadt wild mit.

Höhepunkt des Abends im Festzelt war die Krönung der ersten hannoverschen Gartenkönigin. „Wir haben Prinz Heinrich und Prinz Ernst August, aber keine Königin“, klagte Gärtnerpräsident Rädecker. Das wird sich nun ändern. Eine vierköpfige Jury, bestehend aus NDR-Moderatorin Monika Walden, CDU-Ratsfraktionschef Jens Seidel, dem SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Alptekin Kirci und Andreas Hildebrand, Rechtsanwalt des Kleingärtner-Bezirksverbandes, begutachtete die neun Kandidatinnen im Alter von 20 bis 65 Jahren – fast alle haben einen eigenen Schrebergarten.

Die Konkurrentinnen mussten sich im Garten- und Freizeitoutfit präsentieren und insgesamt fünf verschiedene Pflanzen erkennen. Vor allem die zum Teil kecken Gärtnerinnen-Outfits sorgten für Jubel. Und auch Fachkenntnis bewiesen die Kandidatinnen. Egal ob Rose oder Osterglocke – alle Gärtnerinnen ordneten die fünf Gewächse korrekt zu. Jury-Liebling wurde schließlich die 28-jährige Systemgastronomin Kerstin Gläsel, die 500 Euro Preisgeld und ein Wellnesswochenende gewann. Beinahe ungläubig, aber sehr, sehr glücklich setzte sie sich ihr Krönchen auf. Nadine Hopp landete auf Platz zwei.

Pflanzen pflegt Gläsel nicht nur in ihrem Garten in der Siedlung Flora in der List, die erste hannoversche Gartenkönigin trägt sie auch als Tätowierung auf ihren Armen mit sich herum. Ein Jahr lang darf sie nun die hannoverschen Gärtner repräsentativ vertreten – bis ihre Nachfolgerin gekürt wird. Auch über das Preisgeld freute sie sich, denn vor zwei Wochen hatten Einbrecher alle elektrischen Werkzeuge aus dem Schrebergarten gestohlen.

Sebastian Harfst

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