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Prozess gegen Tierschützer

Boehringer-Besetzer zu Geldstrafen verurteilt


Mit Geldstrafen ist am Mittwoch der Prozess gegen fünf Besetzer des Boehringer-Geländes in Hannover zu Ende gegangen. Das Amtsgericht Hannover sprach die Gegner des umstrittenen Impfstoffzentrums des Hausfriedensbruchs schuldig.
Polizisten im vergangenen Jahr vor dem besetzten Boehringer-Gelände.

Polizisten im vergangenen Jahr vor dem besetzten Boehringer-Gelände.

© Tim Schaarschmidt (Archiv)

Fünf Gegner des umstrittenen Boehringer-Impfstoffzentrums in Hannover sind am Mittwoch vom Amtsgericht Hannover wegen Hausfriedensbruch verurteilt worden. Die Angeklagten, die nicht zur Urteilsverkündung erschienen waren, müssen Strafen von 525 bis 600 Euro zahlen. Die drei Männer und zwei Frauen hatten nach Überzeugung des Richters das Gelände der Firma nach der Räumung durch die Polizei im vergangenen Jahr wieder besetzt und damit Hausfriedensbruch begangen.

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim will auf dem Gelände bis 2011 ein europäisches Zentrum für die Erforschung und Entwicklung von Schweineimpfstoffen errichten. Bis zu 35 Millionen Euro sollen investiert werden, etwa 50 wissenschaftliche Mitarbeiter sollen im neuen Zentrum arbeiten. Gegen das Projekt hat sich auch eine Bürgerinitiative von Anwohnern gegründet.

Bevor Richter Detlef Süßenbach das Urteil sprach, verhängte er gegen einen Zuschauer wegen Missachtung des Gerichts eine Ordnungsstrafe in Höhe von 150 Euro. Der junge Mann wollte sich zur Urteilsverkündung nicht erheben und wurde von Justizbeamten aus dem Saal getragen. Die Angeklagten hatten sich vor dem Gebäude versammelt und erklärt, sie wollten erst einmal frühstücken. Die 20 bis 27-Jährigen verstehen sich als Tierschützer. In stundenlangen Plädoyers hatten sie und ihre Rechtsbeistände Freispruch gefordert - sowie die Auflösung des Gerichtes und die Abschaffung der Justiz im Land.

Im August 2009 hatte ein Großaufgebot der Polizei das von den Tierversuchsgegnern besetzte Gelände in Hannover geräumt. Das Pharmaunternehmen ließ das Areal, eine ehemalige Kleingartenkolonie, dann sofort einzäunen und beauftragte einen Wachdienst. Dennoch waren zehn Tage später erneut Demonstranten auf das Baugelände gelangt. Wiederum räumte die Polizei das Areal, es wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

dpa

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