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Boehringer verspricht ein Restrisiko von 0,005 Prozent "Wir werden klagen"

Interview

"Wir werden klagen"

Rechtsanwalt Eckhard David, der die Bürgerinitiative gegen Boehringer vertritt, im Interview.

Rechtsanwalt Eckhard David

Rechtsanwalt Eckhard David

© Archiv

Herr David, wie reagieren Sie jetzt auf das Urteil?

Im Auftrag von zwei Mandanten werde ich gegen die gentechnische Betriebsgenehmigung Klage erheben.

Dann kann also jetzt erst mal doch nicht gebaut werden?

Eine Klage hätte tatsächlich aufschiebende Wirkung. Aber Boehringer hat beim Gewerbeaufsichtsamt eine „sofortige Vollziehung“ der Baugenehmigung beantragt. Wenn dem stattgegeben wird, dürfte auch trotz Klage gebaut werden.

Welche Argumente gegen die Anlage haben sie?

Das Unternehmen Boehringer ist bislang immer angetreten mit der Behauptung, es handele sich um eine Anlage ohne jegliche Emissionen. Und der Forschungsbetrieb habe keinerlei Auswirkungen auf die Nachbarschaft. Das hat Boehringer den Anwohnern schriftlich mitgeteilt. In dem Brief heißt es, dass die Firma alles mögliche tun werde, dass die Lebensqualität, etwa durch Geruchs- oder Geräuschbelästigung, nicht beeinträchtigt werde. Das ist aber nicht der Fall.

Welche Auswirkungen gibt es denn?

Zum Beispiel Geruchsbelästigungen. Erst hieß es, es gibt keine Auswirkungen, jetzt wird eine Diskussion geführt, welche Geruchsbelästigung den Anwohnern zuzumuten ist. Ein anderes Beispiel sind die Bakterien, Viren und Keime, die in die Luft gelangen können. Die geplante Filtertechnik kann nicht alles eliminieren.

Also schwirren Ihrer Meinung nach Krankheitserreger durch die Luft?

Genau. Und es kann nicht garantiert werden, dass diese sich nur unter Tieren ausbreiten können.

Interview: Mathias Klein

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