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Bürgerinitiative gegen Boehringer-Ansiedlung gegründet

14. März 2008 Bürgerinitiative gegen Boehringer-Ansiedlung gegründet

120 Hannoveraner haben im Kronsberger Stadtteilzentrum KroKuS die „Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten“ gegründet. Das erste Ziel: Der Öffentlichkeit bewusst machen, „dass ein Tierimpfstoffzentrum nicht in ein Wohngebiet gehört“.

Eine Internetpräsenz, Flugblätter und Medienberichte sollen helfen, diese Botschaft zu verbreiten. Eine spontane Sammlung erbrachte 630 Euro Startkapital für die junge Initiative. Bereits am Sonnabend will die Gemeinschaft sich ab 11 Uhr auf dem Kirchröder „Klönschnackplatz“ an der Tiergartenstraße vorstellen.

Wie berichtet, plant der Pharmakonzern Boehringer, ein Tierimpfstoffzentrum nahe der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) zu errichten. Die Mitglieder der Bürgerinitiative wollen vereint gegen diese Pläne vorgehen, vielleicht sogar rechtliche Schritte gegen den geplanten Bau erwägen. Das genaue Vorgehen soll eine Aktivgruppe koordinieren, der unter anderem die drei gleichberechtigten Sprecher Klaus Neudahm (WfH-Politiker), Volker Klawon (Rechtsanwalt) und Sönke Jacobsen (Flughafensprecher) angehören.

Sprecher Neudahm war über das Interesse der Bürger zwar erfreut, von der geringen Resonanz der Politiker jedoch enttäuscht. Unter anderem verfolgte CDU-Chef Dirk Toepffer (CDU) die Diskussion, teilte aber nicht alle Meinungen: „Grundsätzlich finde ich das Projekt positiv, um Hannover stärker als Forschungsstandort zu etablieren. Die Bedenken der Bürger muss man aber ernst nehmen.“

Der Pharmakonzern stehe den Gesprächen mit den Anwohnern positiv gegenüber und hoffe auf „sachliche und respektvolle Diskussionen“, hieß es gestern am Boehringer-Stammsitz Ingelnheim. Er „glaube nicht, dass sich die Proteste gegen die Firma Boehringer richten, sondern die Kernfrage lautet eher, warum so nah an der Tierärztlichen Hochschule gebaut werden soll“, sagte Joachim Hasenmaier, Leiter der globalen Tiergesundheitsgeschäfte. Genau diese Frage wurde auch wiederholt in der Gründungsversammlung gestellt. Laut Hasenmaier sei aber genau diese Nähe zur Tierärztlichen Hochschule der Grund, weshalb das Unternehmen überhaupt die Stadt Hannover als Standort ausgewählt habe.

Alle weiteren Fragen will das Pharmaunternehmen am Mittwoch, 2. April, beantworten. Dann kommen Vertreter von Boehringer auf Einladung der Stadt nach Hannover und werden ab 18.30 Uhr – wahrscheinlich in der TiHo – über ihr Projekt informieren. „Wir werden zeigen, dass wir sehr gute Nachbarn sein wollen, wir wollen niemanden belästigen“, verspricht Hasenmaier.

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