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Der Projektplaner: „Dialog mit Anwohnern“

1. April 2008 Der Projektplaner: „Dialog mit Anwohnern“

Marcus Conradt, Projektkoordinator des Boehringer-Bauvorhabens in Kirchrode, im Interview...

Herr Conradt, vielen Menschen in Kirchrode macht es Angst, dass in ihrer direkten Umgebung ein Forschungszentrum für Tierimpfstoffe entsteht. Können Sie das nachvollziehen?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass wir in Hannover an Erregern forschen werden, die man auf jedem Bauernhof antreffen kann. Mit Tierseuchen wie der Schweinepest oder der Maul- und Klauenseuche beschäftigen wir uns nicht. Wir möchten Impfstoffe verkaufen, die jeder Züchter benötigt.

Dennoch hätten die Menschen in Kirchrode offenbar lieber jemand anderen als Nachbarn – das kennen Sie schon aus Tübingen, wo Ihre geplante Ansiedlung auch am Widerstand der Anwohner gescheitert ist.

An allen unseren Standorten pflegen wir ein hervorragendes Verhältnis zu unseren Nachbarn. Wir suchen auch in Hannover den Dialog mit den Anwohnern, deren Sorgen wir sehr ernst nehmen, auch wenn sie unbegründet sind. Die Anwohner werden von unserer Anlage in keiner Weise belästigt werden, es wird weder Geruch noch Lärm geben. Die Luft, die durch unsere Filter die Gebäude verlässt, wird sauberer sein als die in der Umgebung. Und das Gelände wird schön gestaltet sein – unsere Standorte in Biberach und Ingelheim haben parkähnlichen Charakter. Im Übrigen bereut man in Tübingen inzwischen, die Chance unserer Ansiedlung verpasst zu haben.

Weshalb?

Weil dadurch eine Entwicklungsmöglichkeit verhindert wurde, die nun in Hannover entsteht. Auf lange Sicht wollen wir in Kirchrode 200 Arbeitsplätze schaffen. Zudem gehen wir davon aus, dass unsere Ansiedlung einen Magneteffekt haben wird und sich dadurch weitere Firmen ansiedeln. Die Stadt Hannover möchte sich als Wissenschaftsstandort profilieren, davon wollen wir profitieren, aber auch unseren Teil dazu beitragen.

Im ersten Ausbauschritt sollen zunächst 50 Arbeitsplätze entstehen. Sie planen also, zu expandieren. Wird Boehringer dadurch weitere Grundstücke benötigen?

Die vorgesehene Fläche reicht für die ersten Ausbauschritte aus. Allerdings wuchs das Tiergesundheitsgeschäft in den vergangenen Jahren beständig um jährlich rund zehn Prozent. Wenn diese Entwicklung anhält, müssen wir uns Erweiterungsflächen für eine mögliche Expansion vorbehalten. Das ist aber Zukunftsmusik – wir reden hier über einen Zeitraum von 20 Jahren.

Lässt Sie der Widerstand an der Entscheidung für Hannover zweifeln?

Wir zweifeln nicht an der Entscheidung. Der Standort ist durch die Nähe zur Tierärztlichen Hochschule hervorragend geeignet, und wir sind davon überzeugt, die Bedenken der Anwohner bei der Informationsveranstaltung am Mittwoch zerstreuen zu können. Offenbar ist hier ein Informationsdefizit entstanden, das wir beheben werden.

Interview: Rüdiger Meise

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