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OB Weil: „Es gibt keinen Wertverlust“

19. März 2008 OB Weil: „Es gibt keinen Wertverlust“

Als große Chance für Hannover bezeichnet OB Stephan Weil die Pläne des Pharmakonzerns Boehringer, der in Kirchrode ein Tierimpfzentum errichten will. Belästigungen für die Bürger gebe es nicht, sagt Weil.

Herr Weil, der Pharmakonzern Boehringer will 40 Millionen Euro investieren und in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten in Kirchrode gentechnische Tierversuche durchführen. Wie kam Boehringer auf Hannover?

Der Konzern wollte zunächst nach Tübingen, dort aber gab es Schwierigkeiten …

… Proteste von Bürgern …

… und auf der Suche nach Ersatz suchte Boehringer die unmittelbare Nähe zur Tierärztlichen Hochschule. Deren Präsident Gerhard Greif hat den Wunsch an mich weitergereicht.

Warum muss das Forschungszentrum in direkter Nähe zu Wohnungen entstehen?

Das wünschen sowohl die Tierärztliche Hochschule als auch Boehringer-Ingelheim. Man hatte sich in Hannover mehrere Standorte angesehen und sich wegen der Nähe zur Tierpharmakologie letztlich für die TiHo entschieden.

Das ist die Sicht des Unternehmens und der Hochschule.

Sie deckt sich mit den Interessen der Stadt. Das Forschungszentrum ist eine große Chance für Hannover, sich als Standort für Forschung und Lehre zu profilieren. Es kann Referenz sein für andere Projekte in anderen Disziplinen. Deshalb unterstützen wir es. Mein Eindruck ist, dass viele Ratspolitiker dies auch so sehen, und deshalb bin ich guten Mutes.

Anlieger sehen dies anders. Sie fürchten Verkehrslärm, Geruchsbelästigungen, sorgen sich, dass womöglich aus Laboren Viren freigesetzt werden und Häuser und Grundstücke an Wert verlieren.

Solch eine Anlage muss sehr strenge Sicherheitsanforderungen erfüllen. Diese Sicherheit hat auch für die Stadt höchste Priorität. Bis zur Genehmigung des Bebauungsplanes in etwa einem Jahr wird darüber noch sehr ausführlich diskutiert, natürlich unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Was Geruchsbelästigung angeht: Es ist genau vorgeschrieben und muss nachgewiesen werden, dass aus solchen Anlagen keine Emissionen frei werden.

Müssen Anwohner fürchten, dass Schweinetransporter durch Wohngebiete fahren?

Die Anbindung des Zentrums an den Messeschnellweg ist hervorragend. Deswegen wird der Verkehr kein Problem sein.

Die Bedenken vieler Anwohner bleiben, dass ihr Besitz allein durch die Nähe an Wert verliert.

Es gibt keine Belästigungen, also gibt es auch keinen Wertverlust. Ich bin übrigens selbst Anwohner im weiteren Sinn.

Rechnen Sie mit Klagen und einem möglichen Verzicht Boehringers?

Bei solch einem Projekt muss man immer damit rechnen, dass Gegner alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Das weiß man bei Boehringer. Und wir wissen das auch.

Interview: Gunnar Menkens

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