Am deutlichsten formulieren die Grünen ihre Skepsis gegenüber dem geplanten 30-Millionen-Euro-Bau. „Wir müssen schauen, ob es an dieser Stelle nicht ein bisschen viel wird mit Forschungslabors wie diesem“, sagt Baupolitiker Michael Dette auch im Hinblick auf das benachbarte Forschungszentrum des Pharmariesen Boehringer, das zurzeit in unmittelbarer Nachbarschaft zur TiHo entsteht. „Kirchrode ist schließlich ein Wohn-, kein Tierversuchsgebiet.“ Die Grünen-Fraktion hat auch bereits um einen Gesprächstermin mit TiHo-Präsident Gerhard Greif nachgesucht.
Die Vertreter der anderen Fraktionen äußerten sich am Montag vorsichtiger, wenn auch allen ein gewisser Bauchschmerz bei der Sache gemeinsam ist. SPD-Baupolitiker Thomas Hermann kündigte an, seine Fraktion werde bei der Stadt Informationen einholen und diese „in Ruhe analysieren“. Dabei gelte es verschiedene Fragen zu klären, von ethischen bis hin zu sicherheitsrelevanten. Allerdings glaubt Hermann nicht, „dass unsere Position am Ende anders sein wird als zum Thema Boehringer“. Dem Forschungszentrum hatte die SPD gemeinsam mit den anderen großen Fraktionen zugestimmt. CDU-Fraktionschef Jens Seidel sprach von einer „zwiespältigen“ Gefühlslage bei der Frage nach dem geplanten Labor: „Einerseits ist es eine Auszeichnung für den Wissenschaftsstandort Hannover“. Andererseits merkt er an: „Würde ich dort wohnen, würde ich mir auch Gedanken um mein Wohnumfeld machen.“ FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke hat im Bezug auf die Sicherheit „volles Vertrauen zur TiHo“ – findet aber auch: „Bald muss es mal gut sein mit Labors.“
Für das Labor soll nach Planungen der TiHo ein Neubau errichtet werden, in der Forschung der Sicherheitsstufe 2 betrieben werden soll. Ebenso so hoch sind die Anforderungen nebenan bei Boehringer. Laut TiHo-Präsident Greif gibt es „etliche S-2-Labors in Hannover“. Die TiHo-Stallungen aber würden deutlich kleiner als die des Pharmakonzerns. Das nächste Wohngebiet am Greitheweg indes wäre nur 300 Meter entfernt.
Neu sind die Pläne für die Forschungseinrichtung nicht, Wissenschaftsrat und Ministerien hatten das Projekt schon vor etwa zwei Jahren freigegeben. Die Entscheidung für den Neubau ist allerdings erst jetzt gefallen.
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