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Dritter Prozesstag

Richter schickt angeklagten Boehringer-Aktivisten in Haft


Am dritten Tag des chaotischen Prozesses um die Besetzung des Boehringer-Geländes hat der Richter hart durchgegriffen. Gegen einen der Angeklagten verhängte er wegen „ungebührlichen Verhaltens“ Ordnungshaft, der junge Mann musste die Zeit der Verhandlung in einer Zelle des Landgerichts verbringen.

Einer der angeklagten Boehringer-Aktivisten muss wegen „ungebührlichen Verhaltens“ in Ordnungshaft. Sieben Zuschauer wurden am Freitag beim dritten Prozesstag zudem von JVA-Beamten gewaltsam aus dem Gerichtssaal entfernt. Eine weitere Zuschauerin setzte sich trotz Platzverweises auf die Straße vor dem Amtsgericht und behinderte dort den Verkehr, sie wurde von der Polizei vorläufig in Gewahrsam genommen.

Seit Anfang Mai müssen sich fünf Aktivisten vor dem Amtsgericht Hannover wegen Hausfriedensbruchs verantworten: Ihnen wird zur Last gelegt, im August 2009 den Bauzaun des Geländes in Kirchrode, auf dem Boehringer ein Tierimpfstoffzentrum errichten will, aufgeschnitten und das Areal besetzt zu haben. Von Anfang an hatten Angeklagte und Zuschauer die Verhandlung durch Tumulte und flegelhaftes Verhalten gestört. Einer der Angeklagten sprang auch gestern wieder über die Tische, mimte den Clown und fiel dem Richter ins Wort. Als er sich nach einem seiner Anträge vor dem klatschenden Publikum verneigte, wurde es Richter Detlef Süßenbach zu bunt: Er ließ den Angeklagten kurzerhand abführen. Dies sei seit der RAF-Prozesse möglich, erklärte Amtsgerichtssprecher Marco Hartrich. „Wenn Angeklagte den Ablauf des Prozesses stören, können sie für die Dauer ihrer Verhandlung in Ordnungshaft genommen werden.“

Unterdessen distanziert sich die hannoversche Tierschutzinitiative „Meine Stimme für Tiere“ von den Boehringer-Besetzern. Diese sollten die Aufmerksamkeit besser nutzen, um über den Tierschutz aufzuklären, sagte Michel Trost von der Initiative. Stattdessen fielen sie allein durch „Selbstdarstellung“ und „Spaß am Chaos“ auf. „Damit rücken sie die gesamte Tierschutzfraktion in die negative Schiene.“

Sonja Fröhlich

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  • Aufklärung:Tierschutz / Situation von Tieren DuDu – 24.05.10
    Natürlich ist es auch wünschenswert, die Öffentlichkeit sachlich über die Situation von Tieren - soweit bekannt - aufzuklären. Besonders in den Sommermonaten werden ja Tiere, die nicht mehr "gebraucht" werden oder für die sich kein Aufpasser findet, in der Ferienzeit einfach entsorgt. Teilweise verenden sie kläglich - ganz zu schweigen von tausenden Exoten, die illegal aus fremden Ländern eingeschmuggelt werden (sollen)und die Reise oft nicht überleben.
    DuDu

  • Paralellen : Castor-Gegner/innen DuDu – 24.05.10
    Ich fand die junge Französin, die eine Kletterkünstlerin zu scheint und die der Polizei mit ihren Aktionen mächtig auf die Nerven geht, Klasse. Durch entsprechnende Maßnahmen (mehrere Tage Einzelhaft) wurde sie traumatisiert... Solche kreativen Ausdrücke (Boykott des Transportes durch Kletteraktionen oder auch legale happenings der Tierschützer) sind in einem Rechtsstaat hoffentlich noch gefahrlos ? möglich - gut, wenn nicht alle eingelullt von Konsum und Drogen vor sich hindümpeln, sondern ihre Meinung vertreten - auch mit ungewöhnlichen Mitteln.
    DuDu
  • @Koermit Boris – 23.05.10
    Ess mal lieber ein ordentliches Steak! Vieleicht wirkt sich das positiv auf deinen verwirrten Geisteszustand aus. Ich grille gleich. Komm vorbei. Du bist eingeladen.
  • Diskussion Detlef Süßenbach, Richter am Amtsgericht – 23.05.10
    Ich bin gerne bereit, mich mit Gegnern und Befürwortern zu einer sachlichen Diskussion an einen Tisch außerhalb des Gerichtes zusammen zu setzen.
    Detlef Süßenbach
    [… Adresse von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen …]
  • Och, die armen Empörten... Koermit – 22.05.10
    Diese aufgesetzte Empörung ist peinlich für die Menschheit. Weil es einigen die Sprache verschlägt, was hierzulande an Untaten an Tieren geduldet wird, jammern sie nun über die sich zur Wehr setzenden Tierschützer und beschimpfen sie als Chaoten. Die wahren Chaoten sind die, die aus Bequemlichkeit wegschauen, weil sie eh nicht wissen, ob und was gegen Tiermissbrauch unternommen werden kann. Eine Farce ist dieser Prozess auch ohne Clownseinlagen, dafür hat bereits die sonst angeblich so überlastete Staatsanwaltschaft gesorgt.
  • Richtig so! Thomas – 22.05.10
    Und wenn noch einer gegen die Würde des Gerichts verstößt bitte genauso.
  • Peinlich, peinlich.... Pfeiffermit drei F – 22.05.10
    Unerzogene, rotzige Kinder benehmen sich vor Gericht lächerlich.
    Ihre Unreife verstecken sie unter dem Deckmäntelchen des Tierschutzes.
    Ein ernstzunehmendes Ansinnen peinlich vorgetragen!
    Ich hoffe, dass sich zumindest einige, wenn sie ihre geistliche und sittliche Reife einmal erreicht haben sollten, für diese Auftritte schämen.
  • Möchtegern Tierschützer Ismael – 22.05.10
    Die HAZ solle diese Idioten keine Aufmerksamkeit schencke, das wollen die doch nur!
  • Positiv tl – 22.05.10
    Danke, dass solche Idoten endlich mal das bekommen, was sie verdienen. Ich hoffe, das schreckt nun die anderen "Aktivisten" ab sich etwas gesitteter zu verhalten. Aber schaut man sich die Leute mal an, ist wohl alles verloren. Leider.
  • Wenns dem Benno – 22.05.10
    Verfassungsschutz langt, muß der Michel ran. Und seinen Jüngern sagen: benehmt euch. Geld regiert die Welt...
  • Meine Stimme für Tiere der Klaus – 21.05.10
    Michel Trost -

    wir sind nicht ganz so oft einer Meinung -
    hier aber hast Du uneingeschränkt Recht.
    Dein Aufruf vom 11.05. hingegen ist unüberlegt !

    Klaus


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