Es waren heftige Proteste gegen den Bau des Forschungszentrums für Tierimpfstoffe der Firma Boehringer in Kirchrode, die Hannover im Sommer 2009 erlebt hat. Nun muss sich der hannoversche Tierschützer Michael Trost, Gründer des Vereins „Meine Stimme für Tiere“, vor Gericht verantworten. Trost wird vorgeworfen, im Laufe der Proteste einen Farbanschlag auf eine Fleischerei begangen zu haben. Die Behörden ermitteln wegen Sachbeschädigung. Das teilte der Verein mit, der inzwischen den Namen „Tierrecht Hannover“ trägt.
Vereinsintern hat die Anklage offenbar heftige Konflikte ausgelöst. Die Klageschrift stütze sich auf einen einzigen Zeugen, der selbst aus den Reihen der Gruppe stamme, heißt es in einer Mitteilung. Der Zeuge stelle sich „gegen die eigenen Leute und gegen das Tierrecht mit einer Falschaussage, die er mehrmals in ihrem Inhalt verändert hat“, moniert man im Verein. Darüberhinaus gebe es keine verwertbaren Spuren gefunden und keine weiteren Zeugen, die den vermeintlichen Täter beobachtet hätten. „Es kann davon ausgegangen werden, dass Tierrechtler eingeschüchtert werden sollen, eine Verhandlung ohne jegliche Beweise lässt keine andere Schlussfolgerung zu“, beklagt der Verein. Prozessbeginn ist am 7. April.
Dutzende Tierschützer hatten vor eineinhalb Jahren gegen den Bau des Forschungszentrums protestiert. Das Baugrundstück wurde besetzt und nach Wochen von der Polizei geräumt. Außerdem kam es zu Farbanschlägen auf Fleischereien, Institute der Tierärztlichen Hochschule und schließlich auf das Haus von Oberbürgermeister Stephan Weil. Der Verein „Meine Stimme für Tiere“ veröffentlichte damals eine Erklärung im Internet. Darin hieß es: „Stephan Weil beschwert sich über lächerlichen Schaden an seinem Haus, verharmlost aber permanent seine unethische Bereitschaft, unzählige Schweine für sinnlose Tierversuche zu opfern.“ Wer hinter dieser Tat steckt, konnte bisher nicht geklärt werden.
vmd
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