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Bombenräumung in Hannover – der Liveticker zum Nachlesen
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Blindgänger gesprengt Bombenräumung in Hannover – der Liveticker zum Nachlesen

Es war die wohl größte Bombenräumung der Geschichte von Hannover: Experten des Kampfmittelräumdienstes haben im Sahlkamp am Sonntagnachmittag erfolgreich eine Weltkriegsbombe gesprengt. Die Ereignisse im Liveticker zum Nachlesen.

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Sprengmeister Marcus Rausch ist nach der geglückten Bombenentschärfung zufrieden.

Quelle: Alexander Körner

Hannover. 18.17 Uhr: Geschafft. Die Anwohner kehren nun langsam in ihre Wohnungen zurück - und auch der verkaufsoffene Sonntag ist vorbei. Passt ja gut. Wir verabschieden uns jetzt aus diesem Liveticker. Vielen Dank und gute Heimkehr für alle betroffenen Anwohner!

17.51 Uhr: Die Feuerwehr hat die Schadensbilanz nochmals präzisiert: Es gibt nur ganz geringe Schäden in der direkten Umgebung, dem Mehrfamilienhaus ist nichts passiert.

17.40 Uhr: Doppelte Entwarnung kommt soeben von der Feuerwehr: Die Detonation hat demnach keine größeren Schäden angerichtet und die Sperrung wurde wieder aufgehoben. Die Anwohner dürfen wieder in ihre Wohnungen und Häuser zurück. "Uns fällt ein Stein vom Herz", sagt Feuerwehrsprecher Michael Hintz.

17.33 Uhr: Die Feuerwehr ist jetzt mit Experten des Räumkommandos unterwegs. Sie untersuchen das Gebiet rund um den Ort der Sprengung auf Schäden.

17.25 Uhr: Die Explosion war zu hören, aber offenbar nicht zu sehen – das berichtet unser Fotograf Alexander Körner, der sich in einem Hochhaus am Rand des Sperrgebiets postiert hat.

17.22 Uhr: Es hat geknallt: Die Entschärfer haben die Bombe im Sahlkamp gesprengt. Noch ist aber unklar, ob und welche Schäden die Bombe angerichtet hat.

17.12 Uhr: Da dürften wohl nicht nur die Bombenentschärfer vor Ort entsetzt mit dem Kopf schütteln: An der Fundstelle der Bombe im Sahlkamp ist unmittelbar vor der Sprengung mindestens ein weiterer Passant aufgetaucht. Die Polizei hat ein Streife losgeschickt, um auch diese Person aus dem Sperrgebiet zu holen. Ob die Personen aus ihren Häusern gekommen oder wieder ins Sperrgebiet zurückgekehrt sind, konnte die Polizei noch nicht sagen. Das Warten geht zumindest weiter.

16.45 Uhr: Das Warten geht weiter. HAZ-Reporter Tobias Morchner berichtet, dass im Sperrgebiet plötzlich ein Passant aufgetaucht ist. Die Polizei hat diesen vorläufig festgenommen.

16.25 Uhr: Noch sind nicht alle Sicherungsmaßnahmen abgeschlossen. Erst wenn diese durchgeführt sind, können die Kampfmittelbeseitiger die Sprengladung zünden. Bis die Bewohner in ihre Häuser und Wohnungen zurück dürfen, wird es aber noch ein wenig dauern. Zuvor müssen die Experten den Ort der Sprengung kontrollieren.

16.03 Uhr: Die Sprengung der Bombe steht laut Feuerwehr Hannover unmittelbar bevor. Es gab zwischendurch noch einmal Verzögerungen, jetzt visieren die Experten eine Sprengung in der nächsten halbe Stunde an.

15.55 Uhr: Weil sie mittlerweile im Liveticker weit nach unten gerutscht ist, hier nochmal die Nummer des Bürgertelefons: 0800/7 31 31 31.

15.37 Uhr: Die 500-Kilogramm-Bombe stellt für die Experten eine Herausforderung dar. Da einer der beiden Langzeitzünder intakt ist, kann die Bombe nicht abtransportiert werden. Um zu verhindern, dass das Mehrfamilienhaus bei der Sprengung Schaden nimmt, wird der Bereich um die Bombe herum mit Stroh ausgelegt, berichtet HAZ-Reporter Tobias Morchner. Weiter sollen große Wasserbehälter, sogenannte Bigpacks, verhindern, dass größere Schäden entstehen.

15.21 Uhr: Wie groß der Respekt der Entschärfer vor Bomben mit Langzeitzünder ist, zeigt eine Aussage des Sprengmeisters Hans Mohr. Nachdem dieser vor drei Jahren in Langenhagen eine solche Bombe unschädlich gemacht hatte, sagte er der HAZ: „Wenn wir die Bombe freilegen, und auf einmal liegt dieser Langzeitzünder vor einem, dann will man es nur sicher hinter sich bringen.“

15.12 Uhr: Blindgänger mit Langzeitzünder – umgangssprachlich oft als Säurezünder bezeichnet – stellen Experten regelmäßig vor Probleme. Während die Bombe fällt, treibt ein Windrad einen Stift in eine Kapsel mit der Chemikalie Azeton, die sich dann langsam durch eine Zelluloid-Sperre vor dem Zünder frisst. Blindgängern ist nicht anzusehen, an welcher Stelle der Prozess unterbrochen wurde. Oft kann eine kleine Erschütterung zur Explosion führen. Deshalb haben auch die Bombenexperten Respekt vor diesen Zündern. Nur jeder zehnte Blindgänger ist mit diesem komplexen Mechanismus ausgestattet. Die übrigen tragen einen simpleren Aufschlagzünder.

14.51 Uhr: Die Vorbereitungen für die Sprengung laufen, es werden sogenannte Wasserpacks angeliefert, die die Explosion eindämmen sollen. Aber: Es herrscht offiziell noch keine "Sicherheit". HAZ-Reporter Gerd Schild berichtet, dass der Polizeihubschrauber noch einmal aufgestiegen und über das Gebiet geflogen sei. Laut Feuerwehr hatte es zuvor Anrufe von Personen gegeben, die sich noch in ihren Häusern oder Wohnungen aufhielten. Man wolle angesichts des großen Evakuierungsgebiets lieber auf Nummer sicher gehen, sagte Sprecher Michael Hintz. Wann gesprengt wird, sei deshalb noch nicht absehbar.

14.45 Uhr: Die Feuerwehr hat eben bestätigt: Die Bombe vor dem Mehrfamilienhaus an der Kreuzung Hägewiesen/Kugelfangtrift muss gesprengt werden. Dort liegt eine britische Zehn-Zentner-Bombe mit zwei Langzeitzündern, wovon einer verrottet ist. Die Vorbereitungen werden voraussichtlich 90 Minuten dauern und gegen 16.15 Uhr abgeschlossen sein. Wie groß die Auswirkungen dieser Sprengung sein werden, konnte Feuerwehrsprecher Michael Hintz nicht sagen. Die Bombe, so viel ist aber sicher, ist nicht mehr voll funktionstüchtig.

14:37 Uhr: Aufatmen bei den Entschärfern – zumindest teilweise: Bei einer der beiden Bomben können sie Entwarnung geben. An dem Verdachtspunkt auf dem Sportplatz der IGS Vahrenheide-Sahlkamp liegt zwar ein Blindgänger. Bei einer genauen Untersuchung haben die Entschärfer aber vor wenigen Minuten festgestellt, dass dieser verrottet ist und demnach keine Gefahr mehr darstellt. "Das ist praktisch Altmetall", heißt es von den Einsatzkräften. Welche Gefahr von der Bombe vor dem Mehrfamilienhaus an der Kreuzung Hägewiesen/Kugelfangtrift ausgeht, darüber wollen die Entschärfer in wenigen Minuten informieren.

14:17 Uhr: An den beiden Verdachtspunkten liegen zwei Bomben. Die Entschärfer haben sich bereits ein erstes Bild von ihnen machen können. Bei der einen Bombe soll es sich nach HAZ-Informationen um einen sogenannten Zerscheller handeln. Als solche werden Bomben bezeichnet, die beim Aufprall stark beschädigt wurden, aber nicht explodiert sind. Dieser Zerscheller soll nach HAZ-Informationen vor Ort gesprengt werden. Bei der zweiten Bombe wollen die Entschärfer offenbar versuchen, die Zündvorrichtung zu sprengen, sofern sich diese problemos rausdrehen lässt.

13.52 Uhr: Angespannte Stimmung in Bothfeld. Dort warten die Einsatzkräfte auf die Nachricht, dass es losgehen kann mit der Entschärfung. "Noch haben wir keine Sicherheit", sagt Feuerwehrsprecher Michael Hintz. Man erwarte sie aber minütlich.

13.45 Uhr: In Kürze sollen die Kampfmittelbeseitiger mit ihrer Arbeit beginnen. Was noch fehlt ist die offizielle Freigabe durch der Einsatzleitung. Findet die Besatzung des Polizeihubschraubers mithilfe der Wärmebildkamera keine Menschen mehr in dem Evakuierungsgebiet, kann es losgehen. Der Hubschrauber ist aber noch immer in der Luft, berichtet HAZ-Reporter Gerd Schild. Vor dem Schulzentrum Bothfeld ist derweil Stephan Weil in den mobilen Einsatzwagen gestiegen. Er lässt sich von den Einsatzkräften die Lage erklären.

13.27 Uhr: Im Schulzentrum Bothfeld richtet man sich gerade auf Besuch ein. Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil kommt.

13.15 Uhr: Die Bombenräumung ist auch bei Twitter ein Thema. Dort nimmt man die Evakuierung teils mit Humor. "Gott sei Dank Asyl gefunden. verkaufsoffener plus Bombenräumung heißt wohl lange Schlangen in Hannover", schreibt @de_phogl.

12.50 Uhr: Kurzer Moment der Verwirrung: Radiosender melden, dass die Entschärfung bereits um 13 Uhr beginnen soll – also in zehn Minuten. Eine Rücksprache mit der Feuerwehr zeigt: Diese Information ist offenbar falsch. Laut Pressesprecher Michael Hintz sind noch immer einige Krankentransporte in dem Gebiet unterwegs. Wenn das Gebiet offiziell geräumt ist, steigt zudem ein mit Wärmebildkamera ausgestatteter Polizeihubschrauber auf. Er überfliegt dann zur Kontrolle das Evakuierungsgebiet, erst dann beginnen die Kampfmittelbeseitiger mit ihrer Arbeit.

12.42 Uhr: In der Käthe-Kollwitz-Schule werben Plakate für ein "Concert of the Universe". "Das klingt doch mal nach was", meint HAZ-Reporter Gerd Schild. Wer weiß, vielleicht sorgt die Bombenräumung ja für ein paar zusätzliche Gäste. Am Preis von 2,50 Euro sollte es nicht liegen. Bei Interesse: Beginn ist am 14. Januar um 19.30 Uhr in der Aula der KKS.

12.28 Uhr: Die Hühnersuppe ist da! Es kommt Bewegung in die Käthe-Kollwitz-Schule. Die Schlange an der Ausgabe wird schnell länger. Vegetarier stehen hier nicht. Fleischloses Essen gilt in Krisenzeit als Spezialnahrung - und müsste selbst mitgebracht werden. Sollten 2023 noch Bomben im Boden Hannovers liegen, läuft Hühnersuppe wahrscheinlich unter Spezialnahrung. 

12.07 Uhr: "Die Evakuierung ist zu 90 Prozent geschafft." Das hat Feuerwehr-Pressesprecher Michael Hintz eben unseren HAZ-Reportern vor Ort mitgeteilt. Eine weitere Zahl: In der Käthe-Kollwitz-Schule sind derzeit 500 Menschen, Tendenz sinkend. Viele zieht es offenbar in die City zum verkaufsoffenen Sonntag.

11.56 Uhr: Auch Hunde müssen evakuiert werden. In der Käthe-Kollwitz-Schule finden sie Unterschlupf. Haben sie "Handtaschengröße", dürfen sie auch mit in die Halle, wie ein Helfer sagt. Der kleine Chihuahua im Eingangsbereich zittert trotzdem. Es ist im zu wuselig hier, sagt die Besitzerin. Der kleine will heim, da tröstet auch die Schokolade von Frauchen wenig.

11.46 Uhr: In der Käthe-Kollwitz-Schule sind neben den Helfern der Malteser und Johanniter auch Einsatzkräfte der Feuerwehr Hannover und der Polizei. Bislang sei alles ruhig, die meisten würden das Warten gelassen nehmen, tickert HAZ-Reporter Gerd Schild. Ein älterer Mann geleitet seine Begleitung zu einer der zahlreichen Bierzeltgarnituren. "Wie lange sollen wir denn hier sitzen", fragt sie. Seine Antwort: "Bis es vorbei ist." Die Frage nach dem Ende der Evakuierung bestimmt die Gespräche. Manche sind sicher, dass es schnell geht. Andere haben gar Angst, über Nacht bleiben zu müssen. Der Kaffeebecher auf dem Biertisch ist aber eindeutig halb voll. Bothfeld gibt sich optimistisch.

11.32 Uhr: Die Räumung geht offenbar schneller voran als geplant. Nach Angaben der Feuerwehr könnte die erste Phase bereits gegen späten Mittag abgeschlossen sein. Dann kämen die Entschärfer. "Die Menschen waren alle sehr gut vorbereitet", sagte Feuerwehr-Pressesprecher Michael Hintz. Die Einwohner von Hannover hätten mittlerweile Erfahrung bei Bombenräumungen. HAZ-Reporter Tobias Morchner berichtet, dass nur noch vereinzelt Menschen auf den Straßen zu sehen sind. Um sicher zu gehen, dass alle ihre Wohnungen verlassen haben, fährt die Polizei mit Lautsprecherwagen durch die Straßen: "Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei. Bitte verlassen Sie Ihre Wohnungen", ist in den Häusezeilen zu hören. Beamte gehen zudem von Tür zu Tür und klingeln.

11.19 Uhr: Heute ist ab 13 Uhr verkaufsoffener Sonntag in Hannover. Die Händler können darauf spekulieren, dass zahlreiche der von der Bombenräumung Betroffenen zum Shoppen in die City gehen. Vor dem Bahnhof stehen mehrere Familien: "Komm, wir gehen noch was Essen, bevor die Geschäfte aufmachen. Wir dürfen ja eh erst heute Abend wieder zurück in die Wohnung", sagt eine Mutter und zieht ihre Kinder in einen Imbiss.

11.01 Uhr: "Die Evakuierung geht gut voran", sagt Michael Hintz, Pressesprecher der Feuerwehr. Unser Reporter Tobias Morchner, der mit den Einsatzkräften im Evakuierungsgebiet unterwegs ist, berichtet von fast menschenleeren Straßen. Die Feuerwehr zeigt sich zufrieden. Die Evakuierung von etwa 80 Personen im Alten- und Pflegeheim Vahrenheide, darunter viele Rollstuhlfahrer und Liegendtransporte, sei dank der guten Vorbereitung durch das Heimpersonal schnell beendet worden, sagt Hintz.

10.50 Uhr: Im Innenhof der Käthe-Kollwitz-Schule vertreiben sich ein paar ältere Damen rauchend die Langeweile. Die Evakuierung verbindet, die Menschen kommen schnell ins Gespräch. Es geht um die Kinder, den warmen Winter und natürlich auch um die Bombe. Eine Frau berichtet vom Bombenalarm im letzten Kriegsjahr, an das sie sich noch erinnern kann. Eine andere erzählt, wie sie nach dem Krieg auf dem alten Flughafen gespielt hat. Auch da, wo später Blindgänger gefunden wurden. "Da haben wir wohl Glück gehabt", sagt sie.

10.40 Uhr: Polizei und Feuerwehr sind jetzt seit gut 90 Minuten in dem Einsatzgebiet unterwegs. Wie lange die Räumung dauern wird ist unklar. Bei der letzten Bombenentschärfung in Hannover im Juli 2012, als am Ihme-Zentrum eine Bombe gesprengt werden musste, kam sogar ein mit einer Wärmebildkamera ausgestatteter Polizeihubschrauber zum Einsatz. Er überflog zur Kontrolle das Gebiet, erst dann begannen die Kampfmittelbeseitiger mit ihrer Arbeit. Auf Unmut an den großangelegten Evakuierungen, die besonders die Bewohner im Norden Hannovers immer wieder betreffen, hatte Feuerwehr-Pressesprecher damals erklärt: „Die Gefahr, die von den Blindgängern ausgeht, ist groß. Wir müssen sie ernst nehmen und dafür sorgen, dass alle Anwohner in Sicherheit sind, wenn gesprengt oder entschärft wird.“

10.21 Uhr: In der Käthe-Kollwitz-Schule fragen die ersten nach dem Mittagessen, berichtet HAZ-Reporter Gerd Schild. Das dauert aber noch ein wenig. Nach ein paar Funksprüchen können die Helfer zumindest vermelden: Es gibt Hühnersuppe.

10.02 Uhr: Die Feuerwehr Hannover hat uns eben ein paar neue Zahlen mitgeteilt. Insgesamt sind rund 1000 Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr an der Evakuierung beteiligt, davon befindet sich die Hälfte derzeit direkt in der gesperrten Zone und hilft bei der Räumung. Unter den rund 25.000 betroffenen Menschen sind auch 170 Bewohner von Alten- und Seniorenheimen. Sie werden mit 55 Krankentransportern und vier Bussen in das Schulzentrum Bothfeld gebracht – ebenso die rund 100 Personen, die aus ihren Häusern oder Wohnungen mit einem Krankentransport abgeholt werden.

9.46 Uhr: Langsam wird es voller in der Turnhalle der Käthe-Kollwitz-Schule an der Podbi, berichtet unser HAZ-Reporter Gerd Schild. In der Notunterkunft ist es warm, draußen ist Novemberwetter. Zwei junge Männer verteilen dort Wahlkampfzeitschriften der Grünen. "Wenn's langweilig wird", sagt einer und greift sich ein Exemplar. Währenddessen blickt der Begleiter der Wahlwerber, ein Schäferhund, fröstelnd in die Runde. Auch er will offenbar bald nach Hause. 

9.23 Uhr: Für Feuerwehr und Polizei hat der Einsatz heute um 6.30 Uhr begonnen – bislang mit positiver Bilanz: "Es läuft zurzeit alles nach Plan", hat uns Feuerwehr-Pressesprecher Michael Hintz eben mitgeteilt. Seit 9 Uhr sind rund 500 Beamte der Feuerwehr und Polizei in dem Einsatzgebiet unterwegs. Sie fordern mit Lautsprecherdurchsagen die Bewohner zum Verlassen der Häuser auf und geben dabei auch Hilfestellung.

9.00 Uhr: Um neun Uhr müssen die Bewohner des Evakuierungsbereichs ihre Wohnungen und Häsuer verlassen. Aus vorherigen Bombenräumungen wissen die Einsatzkräfte aber: Es gibt immer wieder Menschen, die ihre Wohnungen nicht verlassen wollen. Deshalb wird in den kommenden Stunden der gesamte Bereich abgefahren und abgelaufen. Polizei und Feuerwehr suchen nach Bewohnern, die sich dort noch immer aufhalten.

8.41 Uhr: Wer keine Unterkunft für die Zeit der Evakuierung findet, für den steht die Sammelstelle in der Käthe-Kollwitz-Schule zur Verfügung. Noch ist es dort ruhig, berichtet unser HAZ-Reporter Gerd Schild. Helfer legen gerade noch einmal Hand an, damit nachher die Menschen verpflegt werden können. Die Johanniter halten  Getränke sowie einfache warme Mahlzeiten wie Eintopf oder Gulasch bereit. Vegetarier sollten deshalb an extra Verpflegung denken.

Das Evakuierungsgebiet für die heutige Bombenräumung.

8.20 Uhr: Von der heutigen Evakuierung ist weder die Vahrenwalder Straße, noch die Autobahn 2 betroffen. Auch der Flugverkehr in Langenhagen läuft uneingeschränkt weiter. Einige Busse der Üstra können allerdings nicht wie gewohnt fahren. Betroffen sind die Buslinien 122, 125 und 135. Sie umfahren bis zur Entschärfung der Blindgänger die Sperrzone. Auch die Stadtbahnline 2 ist betroffen. Während der Entschärfung, die ab etwa 12.45 Uhr beginnen soll, wird sie Strecke zwischen der Haltestelle Büttnerstraße und dem Endpunkt Alte Heide gesperrt. Bahnen der Linie 2 fahren stattdessen bis zum Endpunkt in Langenhagen. Alle Fahrgäste werden gebeten, auf Lautsprecherdurchsagen und die Hinweise des Servicepersonals zu achten.

7.48 Uhr: Wichtige Medikamente, warme Kleidung, was zum Spielen für die Kinder – an was sollte man denken, wenn eine Evakuierung ansteht? Wir haben die wichtigsten Ratschläge der Feuerwehr für Sie gesammelt.

7.30 Uhr: Willkommen in unserem Live-Ticker auf HAZ.de. Heute ist kein gewöhnlicher Sonntag – zumindest für rund 25.000 Bewohnern in den Stadtteilen Vahrenheide, Sahlkamp und Bothfeld: Um 9 Uhr müssen sie ihre Wohnungen oder Häuser verlassen und dürfen sie für sechs bis acht Stunden nicht mehr betreten. Diese Zeit veranschlagen die Experten von Feuerwehr und Polizei für die Entschärfung oder Sprengung von mehreren Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg, die in dem betreffenden Bereich vermutet werden. Für die Betroffenen der Bombenräumung hat die Feuerwehr und die Stadt ein Bürgertelefon geschaltete. Unter der Nummer 0800/7 31 31 31 sind Leitungen seit 7 Uhr bis zum Ende der Maßnahme freigeschaltet.

Bei der bisher aufwendigsten Bombenräumung in Hannover werden in einem Radius von 1000 Metern um die Verdachtspunkte die Bewohner evakuiert. Einer der Verdachtspunkte befindet sich auf dem Sportplatz der IGS Vahrenheide/Sahlkamp. Der zweite liegt vor einem Mehrfamilienhaus an der Kreuzung Hägewiesen/Kugelfangtrift. Ob sich dort tatsächlich gefährliche Sprengkörper, die nach dem Abwurf nicht detonierten, befinden oder nicht, können die Bombenentschärfer erst im Laufe des Tages mit letzter Gewissheit sagen.

Menschen, die nicht bei Freunden und Verwandten unterkommen können, steht die Käthe-Kollwitz-Schule als Unterkunft zur Verfügung. Sie werden dort verpflegt. Die Feuerwehr rät, dringend notwendige Medikamente, Säuglingsnahrung sowie angemessene Kleidung mit in die Unterkunft zu nehmen. Vor dem Verlassen der Häuser und Wohnungen sollten die Betroffenen überprüfen, ob alle Elektro- und Gasgeräte ausgeschaltet sind.

Unsere HAZ-Reporter sind vor Ort, wir halten Sie hier im Liveticker auf dem Laufenden.

frs/ges/tm

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