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Hannover bereitet Millionenprojekt am Klagesmarkt vor

City 2020 Hannover bereitet Millionenprojekt am Klagesmarkt vor

Hannovers Stadtentwicklungsprojekt City  2020 wird konkret: Mit dem Umbau des Otto-Brenner-Kreisels zur Kreuzung soll das erste Millionenprojekt starten - von der Straßenverkleinerung würde auch der Nikolaifriedhof profitieren.

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Wo jetzt noch ein Kreisel ist, könnte bald eine schlanke Kreuzung (Bildmitte) sein.

Die Verwaltung hat alle Vorhaben und Wettbewerbsergebnisse des dreijährigen Prozesses in einem großen Rahmenplan zusammengefasst und präsentiert ab Montag den Politikern erste Umsetzungsvorschläge. Los gehen soll es jetzt am Klagesmarkt mit dem Umbau des Otto-Brenner-Kreisels zur Kreuzung und der Aufwertung der umgebenden Flächen von Nikolaifriedhof und Goseriede.

Als wahrscheinlich gelte daher, dass dann auf dem Klagesmarkt auch die ersten Neubauprojekte starten könnten, sagte Stadtbaurat Uwe Bodemann am Freitag bei der Präsentation der Pläne. Auf dem eher tristen Parkplatz sind große Gebäudekomplexe und gegenüber vom DGB-Hochhaus vielleicht sogar ein weiteres Hochhaus vorgesehen. Parallel gibt die Verwaltung eine Machbarkeitsstudie für die Verkehrsflächen zwischen Goethestraße und Aegidientor in Auftrag, wo die als überdimensioniert geltenden Straßen „zeitgemäßen Größen angepasst“ werden sollen.

Die Verwaltung bereitet das erste Millionenprojekt der Innensdtadsanierung vor. Der mit Gebäuden bebaute Klagesmarkt als Computerprojektion.

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Der Umbau des Otto-Brenner-Kreisels zur Kreuzung wird überraschend schnell möglich, weil im Ihme-Zentrum rund zwei Millionen Euro EU-Fördergeld nicht mehr rechtzeitig verbaut werden können. Wie berichtet, empfiehlt die Verwaltung den Kommunalpolitikern, das Geld, bevor es verfällt, besser in die Innenstadtmodernisierung umzuleiten. Dazu müssen allerdings kurzfristig Beschlüsse gefasst werden. Bodemann betonte am Freitag aber auch, dass die Polizei den Umbau des Kreisels aus Sicherheitsgründen empfehle: „Es ist ein Unfallschwerpunkt.“

Der Umbau zur Kreuzung würde nicht nur die Sicherheit erhöhen. Der Wegfall des großen Kreisels würde auch eine Verkleinerung der einmündenden Straßen ermöglichen. In der Goseriede vor der Kestnergesellschaft etwa könnte die bislang zweigeteilte Straße, für die die denkmalgeschützte Nikolaikapelle nach dem Krieg zerschnitten wurde, umgebaut werden. Um die Kapelle entstünde wieder ein echter Platz, möglicherweise könne der historische Grundriss der Kapelle zumindest im Boden wieder sichtbar gemacht werden, sagt Bodemann.

Auch der Nikolaifriedhof würde von der Reduzierung der Asphaltflächen erheblich profitieren. Die ersten Entwürfe des Büros Astoc aus dem Architektenwettbewerb sehen auch vor, die Achsen der Nikolaistraße und der großen Flaniermeile auf dem Klagesmarkt in die Neugestaltung aufzunehmen. Wenn die politischen Gremien zustimmen, dann soll das Kölner Büro den Zuschlag für die Umsetzungsplanung erhalten, müsste sich aber Unterstützung durch ein Verkehrsplanerbüro holen.

Parallel zum Start am Klagesmarkt, wo 2011 die Planung und 2012 der Umbau beginnen könnte, will Bodemanns Team für die Umbaupläne an Leibnizufer, Friederikenplatz und Friedrichswall eine Machbarkeitsstudie beauftragen. Die überdimensionierten Straßen sollen zwar reduziert, die Befahrbarkeit aber nicht eingeschränkt werden. Nun gehe es darum, in Details zu prüfen, wo etwa Leitungen im Untergrund verlegt werden müssten und was ein Umbau der Straßen koste. Am Klagesmarkt ist jetzt schon klar, dass die zwei Millionen Euro der EU mindestens in gleicher Höhe aufgestockt werden müssen. Die Stadt hofft aber, weitere Verkehrsfördertöpfe anzapfen zu können.

Zudem sieht der Wettbewerb Änderungen am Marstall, am Köbelinger Markt und am Hohen Ufer vor, wo die historische Furt symbolisch wieder hergestellt werden soll. Aus Grundstücksverkäufen sollen die Projekte gegenfinanziert werden. Details zu allen Planungen gibt es in drei Broschüren, die im Rathaus kostenlos ausliegen.

Nächste Debatte im Dezember: Am Mittwoch, 8. Dezember, 19 Uhr, stellt die Stadt die Umsetzungspläne im Sprengel Museum öffentlich vor. Dort spricht auch Prof. Michael Braum von der Bundesstiftung Baukultur, die City 2020 ebenso wie das Bundesbauministerium als Modellprojekt unterstützt.

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Wie viel Umbau verträgt die Stadt? Die etwa 40 Hannoveraner, die am Freitag zur ersten offenen Bürgersprechstunde im Zuge des Zukunftsdialogs City 2020 gekommen waren, hatten zahlreiche Fragen.

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