Zudem will die Stadt das alte VHS-Haus am Theodor-Lessing-Platz vermarkten. „Wir würden das Grundstück verkaufen, wenn die VHS auszieht“, sagt Baudezernent Uwe Bodemann. Dem Vernehmen nach verhandelt die Stadt bereits mit einem Investor. Der sanierungsbedürftige Hauptsitz der VHS wird dann aller Voraussicht nach abgerissen, das gilt womöglich auch für die städtische Galerie Kubus gleich nebenan. Es könne sein, dass der Ausstellungsraum einer großzügigen Bebauung des VHS-Grundstücks mit Wohn- oder Bürohäusern weichen muss, heißt es.
In der Ratspolitik wird diese neue Entwicklung begrüßt. „Es ist gut, wenn endlich etwas passiert“, sagt SPD-Baupolitiker Thomas Hermann. Schließlich gebe es seit Langem einen Ratsbeschluss, der die Stadt auffordert, für die VHS einen neuen Standort zu suchen und den alten Sitz zu vermarkten. „Die Lage des VHS-Grundstücks gleich gegenüber dem Neuen Rathaus gehört zu den attraktivsten in der City“, sagt Hermann. Dass der Kubus jetzt zur Verhandlungsmasse zählt, sieht er als nicht allzu problematisch an. „Auch im Rahmen der Pläne für das Stadtentwicklungsprogramms City 2020 wird ja über die Galerie nachgedacht“, sagt Hermann. Das ganze Areal vom Köbelinger Markt bis zur alten VHS sei jetzt gewissermaßen „zur Aufwertung freigegeben“. Auch sein Kollege von den Grünen, Michael Dette, begrüßt eine Veräußerung des VHS-Grundstücks, ebenso der FDP-Fraktionsvorsitzende Wilfried Engelke.
Damit scheinen die Pläne, das brüchige VHS-Gemäuer mit einem Millionenaufwand doch noch zu sanieren, endgültig vom Tisch zu sein. Noch immer ist das Gebäude eingerüstet, um zu verhindern, dass Fassadenteile auf den Gehweg fallen. Seit Jahren gibt es die Zusage aus dem Bundesumweltministerium, eine Sanierung zu unterstützen, doch bisher ist kein Geld geflossen. Einem Abriss des maroden Gemäuers stünde grundsätzlich nichts im Wege, da das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, wie die Stadt bestätigt. Lediglich Reste der historischen Stadtmauer, die in den Sechziger-Jahre-Bau integriert sind, müssten erhalten bleiben.
Zunächst aber werden Stadt und Investor abwarten, bis die Bildungseinrichtung ihren neuen Standort am Raschplatz bezogen hat. Noch sei nichts in trockenen Tüchern, heißt es offiziell vonseiten der Stadt, doch dem Vernehmen nach läuft alles auf den Standort DZ-Bank zu. Im Gespräch ist, dass beide Gebäudeteile der DZ-Bank von der VHS belegt werden, sowohl der unmittelbar an der Berliner Allee gelegene Bau, als auch das Hinterhaus. Die Arbeitnehmervertreter der Stadt haben gegen den Umzug keine Einwände. „Wir begrüßen den neuen Standort, wenn die Mitarbeiter dort vernünftig untergebracht werden“, sagt der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats Hans-Jürgen Jeroschewski.
Der Umzug der VHS ist Teil einer groß angelegten Konzentration von Behörden am Raschplatz. So soll etwa das Ordnungsamt Mitte künftig im sogenannten Lister Tor, einem Anbau des Bredero-Hochhauses, untergebracht werden.
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