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Bürgermeister und Üstra auf Kollisionskurs
Mehr aus D-Linie: Hintergrund zum Stadtbahn-Streit

Streit um D-Linie Bürgermeister und Üstra auf Kollisionskurs

Rainer-Jörg Grube (Grüne), Bezirksbürgermeister von Linden und Limmer, hat der Üstra vorgeworfen, sich „unzulässig in die öffentliche Meinungsbildung einzumischen“. Das Verkehrsunternehmen habe sich mittlerweile derart verselbstständigt, dass es die Politik vor sich hertreibe.

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Der Streit um die geplante D-Linie geht weiter.

Quelle: Steiner

Hannover. Anlass für Grubes Äußerungen ist einmal mehr der Streit um das künftige Stadtbahnsystem für die oberirdische Linie 10. Der Bezirksbürgermeister plädiert wie auch die Grünen für Niederflurtechnik, die Üstra für das bestehende Hochflursystem. In Linden wird das Thema besonders heftig diskutiert, weil viele Bürger dort keine Hochbahnsteige in der Limmerstraße haben wollen. Entsprechend gibt es einen von Grünen und Linken getragenen Mehrheitsbeschluss des Bezirksrats pro Niederflur.

Grube hatte in der vergangenen Woche in einem Interview mit dem wöchentlich in dieser Zeitung erscheinenden Stadt-Anzeiger West seine Standpunkte erläutert. Das Unternehmen reagierte auf ungewöhnliche Weise – mit einem offenen Brief ihres Bereichsleiters Stadtbahn, Gunnar Straßburger. „Leider enthält Ihr Interview einige inhaltliche Fehler, die wir richtigstellen möchten“, schreibt er an Grube. Unter anderem sei die Entscheidung für das vorhandene Hochflursystem nicht von der Üstra getroffen worden, sondern 1965 von der Politik. Grube habe Kosten falsch dargestellt, schreibt Straßburger, und fügt noch weitere Punkte hinzu. „Wir würden uns freuen, wenn Sie in Zukunft unsere sachlichen Argumente berücksichtigen. Gerne laden wir Sie zu einem Meinungsaustausch bei uns ein“, so endet der offene Brief.

Der Angesprochene wird nicht kommen, steht zu vermuten. Er fährt in seinem Antwortschreiben seinerseits starkes Geschütz auf: „Eigentlich soll in einem demokratischen System die Politik die Verwaltung und kommunale Unternehmen kontrollieren – und nicht, wie durch die Üstra praktiziert, umgekehrt.“ Bezahlte Aufsichtsratsmitglieder versuchten, in politischen Gremien „marionettengleich“ Unternehmenspolitik umzusetzen. Die Üstra könne gern auf Anfragen reagieren, habe aber ansonsten politische Vorgaben umzusetzen. Grube bedankt sich ansonsten für den Gedankenaustausch, der aber nur ihm bekannte Sichtweisen enthalte.

Sowohl in Straßburgers als auch in Grubes Schreiben spielt die von der SPD und den Grünen beschlossene regionsweite Bürgerbefragung eine Rolle. Mit der Abstimmung soll noch vor dem Sommer eine Entscheidung über das Stadtbahnsystem auf der Linie 10 herbeigeführt werden. „Wir glauben, dass ein Bürgerentscheid eine große demokratische Chance und Herausforderung darstellt“, heißt es bei Straßburger; „ich sehe der Befragung gespannt und gelassen entgegen“, bei Grube.

Bernd Haase und Rüdiger Meise

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