Hannover. Nach Einschätzung der Regionsverwaltung ist ein Ausbau der oberirdischen Stadtbahnlinie 10 in Teilbereichen auch ohne eigenen Gleiskörper möglich. „Dafür käme beispielsweise der Abschnitt auf der Kurt-Schumacher-Straße zwischen Herschelstraße und Ernst-August-Platz infrage“, sagt Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region. Dazu müssten Abstimmungsgespräche mit der Nahverkehrsgesellschaft des Landes (LNVG) geführt werden.
Ohne finanzielle Unterstützung durch die LNVG müsste die Region das Millionenprojekt D-Linie zu den Akten legen. Die gültigen Förderrichtlinien besagen aber im Grundsatz, dass Geld vom Land nur gegeben wird, wenn Stadtbahnen, egal ob in der Hochflur- oder Niederflurversion, auf einem eigenen, baulich vom restlichen Straßenraum getrennten Gleiskörper fahren sollen.
Das wiederum würde in der engen Kurt-Schumacher-Straße vor dem Bahnhof sowie im weiteren Verlauf durch den Posttunnel Richtung Raschplatz die anderen Verkehrsteilnehmer einschränken. Niemand kann sich so recht vorstellen, wo Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer bleiben sollen, wenn die Bahngleise nicht mehr wie bisher höhengleich zum Straßenniveau liegen. Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann hatte deshalb die Forderung nach dem eigenen Gleiskörper als „antiquierte Form der Stadtplanung“ bezeichnet.
Laut Franz lassen die Förderrichtlinien aber Ausnahmen zu – und zwar dann, wenn städtebauliche Gründe gegen das eigene Gleisbett sprechen. „Das geht nicht auf voller Streckenlänge, aber für Abschnitte wie etwa in der Innenstadt“, sagt er. Eine andere Möglichkeit sei, dass die Region für diese Teilabschnitte auf Zuschüsse verzichte und dann freie Hand bei der Bauausführung erlange. Dies sei bei früheren Streckenausbauten schon so gehandhabt worden.
Wie das Verkehrsgeschehen im Bereich der Ernst-August-Galerie künftig organisiert wird, steht derzeit noch in den Sternen. Region und Stadt haben gemeinsam ein Gutachten in Auftrag gegeben, das Verkehrsströme misst und Lösungen aufzeigen soll. Es wird für Mitte Februar erwartet.
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