Hannover. „Wenn das so gebaut wird, wie bisher geplant, wird die Oststadt vom Einkaufsverkehr abgeschnitten“, sagt Klaus Eberitzsch, Inhaber der Buchhandlung Leuenhagen und Paris sowie Sprecher des Vereins Aktion Lister Meile.
Eberitzsch verweist auf die Zielsetzung der Stadt, anliegende Stadtteile verkehrlich an die City anzubinden. „Wenn jetzt die Hochstraße abgerissen und gleichzeitig die Kreuzung der Lister Meile mit der Hamburger Allee zu einer zehnspurigen Fahrbahn wird, hat das eine Trennwirkung“, sagt der Buchhändler. Bürger der Oststadt wollten bequem, sicher und schnell oberirdisch Richtung City gelangen. Der geplante Abriss der Hochstraße, dessen Finanzierung aber eine der noch unbekannten Größen im Verkehrskonzept ist, sei vor diesem Hintergrund die Vernichtung volkswirtschaftlichen Kapitals.
Sollte die Unterführung der Bahngleise tatsächlich zur Einbahnstraße Richtung Innenstadt erklärt werden, würde der Einkaufsverkehr künftig die Oststadt meiden, befürchten die Kaufleute. Angesichts der wachsenden Konkurrenz durch das Internet und sogenannte Outletcenter in Städten wie Wolfsburg oder Bispingen in der Lüneburger Heide müsse die Stadt umso größere Anstrengungen unternehmen, um attraktiv zu bleiben. Bemessungsgrundlage für die Verkehrsplanung in der City müsse der Einkaufsverkehr an Spitzentagen wie etwa an den Sonnabenden im Advent sein.
Schon eine möglicherweise fünf Jahre andauernde Bauphase könne existenzbedrohlich sein, fürchtet Eberitzsch. Als aktuelles Beispiel nennt er die Staus, die während der Umbauphase am Klagesmarkt entstanden waren. Vor einer Dauerbaustelle beim Umbau der Stadtbahnlinie gruselt es auch den Innenstadthändlern, wie Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, gesagt hatte. Bei den Planungen hat es der Einzelhandel in der City aber geschafft, dass die Parkhäuser dort erreichbar bleiben - unter anderem durch die Einbahnstraßenregelung, die den Kollegen jenseits des Cityrings Sorgen bereitet.
Eberitzsch findet den Preis von 63 Millionen Euro für das Gesamtprojekt zu hoch und fordert eine bessere Planung. Die Kaufleute an der Lister Meile haben übrigens Erfahrung mit Baustellen: Die Aktion Lister Meile wurde gegründet, um die Folgen durch den U-Bahn-Bau in den siebziger Jahren für die Anlieger zu mildern.
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