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Parteiinterner Streit bei SPD um D-Linie
Mehr aus D-Linie: Hintergrund zum Stadtbahn-Streit

Nahverkehr Parteiinterner Streit bei SPD um D-Linie

Die Regions-SPD auf der einen und die Stadt-SPD auf der anderen Seite sind in ihrem Streit um den Stadtbahnbau in Hannovers Innenstadt bisher nicht auf einen Nenner gekommen.

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Empfindliche Verkehrsader: An der Ernst-August-Galerie ballt sich der Innenstadtverkehr. Die Stadt-SPD befürchtet ein Verkehrschaos, wenn die Pläne der Regions-SPD umgesetzt würden.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Daran hat auch ein Spitzengespräch nichts geändert, an dem Oberbürgermeister Stephan Weil, Regionspräsident Hauke Jagau, die zuständigen Dezernenten, die Fraktionsvorsitzenden sowie Verkehrspolitiker teilgenommen haben. „Wir haben uns verständigt, dass wir eine gemeinsame Lösung anstreben“, sagte Jagau am Mittwoch.

Wie die aussehen könnte, bleibt unklar – zumal es nach HAZ-Informationen kürzlich auf höchster Ebene zwischen Weil und Jagau mächtig gerummst haben soll. Der Regionspräsident ließ offen, ob für den Verkehrsausschuss am nächsten Dienstag eine Beschlussvorlage vorgelegt wird.

Die Stadthannoveraner befürchten, in der Innenstadt könne ein Verkehrschaos entstehen, wenn die Regionspläne für die sogenannte D-Linie umgesetzt werden (siehe Grafik).

Stattdessen plädieren sie für die sogenannte Scheelhaase-Lösung. Aus dem Regionshaus heißt es, die sei zwar kurzfristig gut, aber nicht auf längere Sicht. Müsse man bei angestrebten und auch prognostizierten zunehmenden Fahrgastzahlen im Nahverkehr oder bei Sonderereignissen wie Messen und Fußballspielen mehr Züge einsetzen, reiche die Kapazität im Tunnel dafür nicht aus. Was diese Kapazität angeht, wollen die hannoverschen Sozialdemokraten konkrete Daten sehen. Auch fordern sie intensivere Einblicke als bisher in das Verkehrsgutachten, mit dem die Region die Durchführbarkeit ihrer Pläne begründet.

Bei einem anderen Streitthema signalisiert Jagau Spielraum: „Wenn wir den Abriss der Hochstraße am Raschplatz nicht finanziert bekommen, werden wir darauf verzichten“, sagt er. Die Strecke könnte dann nicht wie bisher vorgesehen zum Platz der Kaufleute führen, sondern würde schon in der Lister Meile hinter der Einmündung der Rundestraße enden. Von dort aus böten sich Umsteigemöglichkeiten zu den anderen Stadtbahnlinien. Auch dies scheint bei den Parteifreunden in der Stadt nicht auf Gegenliebe zu stoßen. Die Bahnen müssten dann weiter durch den aus ihrer Sicht neuralgischen Bereich an der Ernst-August-Galerie fahren.

Neuer Vorschlag : Unterdessen haben die in Sachen Stadtbahnplanung sehr engagierten Institutionen Bürgerinitiative Umweltschutz (BIU) und Verkehrsclub Deutschland (VCD) eine weitere Variante ausgetüftelt – vorausgesetzt, der von ihnen favorisierte Streckenteil zum Platz der Kaufleute scheitert am politischen Widerstand. Sie wollen in diesem Fall zwar Bahnen zur Rundestraße schicken, aber nur diejenigen der Linie 10. Die Linie 17 würde demnach weiter auf der bestehenden Strecke am Schauspielhaus vorbei zum Aegi fahren. „In der Rundestraße gibt es gute Umsteigemöglichkeiten, und wenn dort nur die Bahnen der Linie 10 enden, braucht man kein Kehrgleis zum Wenden der Züge“, sagt Cay Lienau (VCD). Diese Konstellation wiederum eröffne die Möglichkeit, die Strecke unter der Hochstraße hindurch zum Weißekreuzplatz zu verlängern. „Das hätte einen verkehrlichen Nutzen für die Oststadt, und der Platz würde durch den Bahnbetrieb auch in Sachen sozialer Kontrolle aufgewertet.“ Die Station in der Oststadt könne bestehen bleiben, wenn die D-Linie einst tatsächlich zum Platz der Kaufleute führe. Dieser Wunsch ist bei BIU und VCD schon wegen der Verlängerungsmöglichkeiten in die Südstadt groß.

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