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Üstra-Plan zur D-Linie entzweit SPD und Grüne
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Kompromisslösung umstritten Üstra-Plan zur D-Linie entzweit SPD und Grüne

Der Streit um die Zukunft der Stadtbahnlinie D wird mit immer heftigeren Bandagen geführt. Auch die Sitzung des Üstra-Aufsichtsrates am Freitag hat die Auseinandersetzung nicht beruhigen können.

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Laut Planungen der Region sollen die Stadtbahnlinien 10 und 17 an der Ernst-August-Galerie vorbei bis zum Raschplatz führen.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Im Gegenteil: Gegner und Befürworter der von der Üstra vorgeschlagenen Kompromisslösung stehen sich unversöhnlicher denn je gegenüber.

Darum geht es: Die letzten Planungen der Region sehen vor, die Stadtbahnlinien 10 und 17 nicht mehr über Schauspielhaus bis zum Aegidientorplatz zu führen, sondern an der Ernst-August-Galerie vorbei bis zum Raschplatz. Ein 40-Millionen-Projekt. Die Üstra hat nun ein Gutachten erarbeiten lassen, in dem diese Variante wegen zu großer Folgeprobleme für den City-Verkehr verworfen wird. Das Gutachten favorisiert die sogenannte Scheelhaase-Lösung, bei der weitgehend alles so bleibt, wie es jetzt ist, jede zweite Bahn der Linie 10 jedoch ab Goetheplatz über Humboldtstraße in den Tunnel Richtung Hauptbahnhof fährt. Der Vorteil: Menschen mit Gehbehinderungen, mit Kinderwagen oder im Rollstuhl könnten in den Tunnelstationen ab sofort barrierefrei aussteigen. Die Stadt-SPD ist für diese Lösung, die SPD in der Region will die Raschplatz-Variante, die Grünen in Stadt und Region ebenfalls.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat, Thomas Herrmann, bezeichnete die Lage am Freitag als „unübersichtlich“. Dagegen sagte die Verkehrsexpertin der Regions-Grünen, Maike Schümer, sie könne sich nicht vorstellen, „dass die SPD im Rat der Stadt nicht zur Vernunft kommt“. Die SPD hält dagegen: Bei der von der Üstra vorgeschlagenen Lösung wäre die Barrierefreiheit auf der Strecke am schnellsten zu verwirklichen, sagt Hermann. Es gebe Prämissen, auf die man sich für die D-Linie geeinigt habe. Neben der Barrierefreiheit sei es das Ziel, neue Kunden zu gewinnen, das ober- und das unterirdische Stadtbahnnetz besser miteinander zu verknüpfen und eine städtebauliche Aufwertung der Kurt-Schumacher-Straße zu erreichen. „Dem fühlen wir uns weiter verpflichtet“, betont er.

Nach Tagen des politischen Streits soll am Montag unter Leitung von SPD-Regionsschef Matthias Miersch mit der Kompromisssuche begonnen werden. Manche Sozialdemokraten sorgen sich, den Grünen zuviel zumuten. Schließlich habe sich die Partei bereits von der Idee eines Niederflursystems verabschieden müssen, heißt es.

Heftig umstritten sind derzeit unter anderem die Kosten der unterschiedlichen Varianten. Der Verkehrsdezernent der Region, Ulf-Birger Franz, hat davon gesprochen, dass die von der Üstra favorisierte Scheelhaase-Lösung Mehrkosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro im Vergleich zu den bisherigen Planungen verursacht. Eine Summe, die man in Stadt-SPD für „total übertrieben“ hält. Der Vorwurf: Der Dezernent arbeite unredlich mit den Zahlen, nur um seine Vorstellungen durchzusetzen.

Unterstützung in der Sache erhält die städtische SPD von der CDU-Regionsfraktion. Deren Chef Eberhard Wicke hat nach der Vorlage des Üstra-Gutachtens keinen Zweifel, dass die Scheelhaase-Lösung mit den Fahrten durch den Tunnel in Richtung Hauptbahnhof funktioniert - auch in Verkehrsspitzenzeiten, wie vor und nach Heimspielen von Hannover 96.

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