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Viele Details der Pläne für D-Linie unklar

Stadtbahnlinien 10 und 17 Viele Details der Pläne für D-Linie unklar

Jetzt liegt er also auf dem Tisch, der Entwurf für die beiden oberirdischen Stadtbahnlinien 10 und 17, die künftig quer durch die City bis zum Platz der Kaufleute nahe der Königstraße fahren sollen. Viele Details der Pläne für die D-Linie bleiben aber noch unklar. Die HAZ gibt Antworten auf die drängendsten Fragen.

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Sie soll den Plänen zur D-Linie zum Opfer fallen: die Raschplatz-Hochbrücke.

Quelle: Alexander Körner

Hannover. In Kurzfassung sieht er so aus: Um Platz für die Bahn zu machen, soll die Raschplatz-Hochstraße abgerissen werden, Goethe- und vor allem Kurt-Schumacher-Straße werden in großzügige Flaniermeilen verwandelt. Das Verkehrschaos an der Kreuzung vor der Ernst- August-Galerie will man dadurch entschärfen, dass die Kurt-Schumacher-Straße nur noch einspurig in Richtung Hauptbahnhof befahrbar ist und die Lister Meile zur Einbahnstraße Richtung stadteinwärts erklärt wird. Die Station Steintor wird in die Münzstraße verlegt, und alle Haltestellen sollen mit Hochbahnsteigen versehen werden. Das gesamte Vorhaben kostet knapp 63 Millionen Euro, und nicht nur deshalb drängen sich einige Fragen auf.

Die oberirdischen Stadtbahnlinien 10 und 17 sollen künftig quer durch die City bis zum Platz der Kaufleute nahe der Königstraße fahren.

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Warum macht man das Ganze?
Der bequeme Zugang zur Stadtbahn soll auch jenen Bürgern ermöglicht werden, die schlecht zu Fuß sind. Barrierefreiheit lautet der Fachbegriff dafür. Da in Hannover nur Hochflurbahnen fahren, also Züge mit einem hohen Einstieg, sind Hochbahnsteige unumgänglich. Schritt für Schritt rüstet die Infra, ein kommunales Unternehmen, alle oberirdischen Stationen zu leicht zugänglichen Haltestellen um. Vor dem Hauptbahnhof jedoch hätten die rund 80 Zentimeter hohen Betonblöcke wie eine Barriere gewirkt. Also musste man die Linien 10 und 17 anders führen, eben durch die Unterführung neben dem Bahnhof zum Raschplatz. Zudem wollen Verwaltung und Kommunalpolitik schon seit Jahren die Stadtbahnlinien besser aufeinander abstimmen. Der Umstieg von einer Linie in die andere soll erleichtert, die Fahrtzeiten verringert werden. So haben Fahrgäste an der künftigen Haltestelle „Raschplatz“ die Möglichkeit, die Linie 10 zu verlassen, mit dem Aufzug ein paar Stockwerke tiefer zu fahren und dann in die Linien 1, 2, 3, 7, 8 und 9 unterm Hauptbahnhof zu steigen. Bei der geplanten Station „Hauptbahnhof“, die sich tatsächlich in der Kurt-Schumacher-Straße befinden wird, ist dies in der Planung weniger gelungen. Reisende müssen 240 Meter zum Bahnhof laufen, um in andere Züge zu wechseln.

Was bedeutet der Ausbau der D-Linie für den Autoverkehr?
Hier scheiden sich die Geister. Die einen sagen: Das ruckelt sich zurecht. Die anderen sehen das Ende des freien Autoverkehrs kommen. Der Abriss der Hochstraße, so haben Verkehrsgutachter berechnet, dürfte den Strom der Autos auf der Berliner Allee nicht ins Stocken bringen. Eng könnte es aber auf der Schillerstraße werden. Die Straße soll den Verkehr aus der Kurt-Schumacher-Straße und der Lister Meile aufnehmen und dann zu den Parkhäusern im Rosenquartier leiten. Kommunalpolitiker befürchten, dass die Straße überlastet werden könnte. Die Regionsverwaltung will über einen Ausbau der Straße nachdenken.

Jetzt liegt er also auf dem Tisch, der Entwurf für den Ausbau der D-Linie. Das sagen die Hannoveraner dazu.

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Warum braucht die Üstra in der Berliner Allee ein Kehrgleis?
An der derzeitigen Endhaltestelle der Linien 10 und 17 am Aegidientorplatz kommt die Üstra ohne zusätzliches Kehrgleis aus, hinter der geplanten Endhaltestelle soll ein solches Kehrgleis entstehen. Die Anlage am Schiffgraben ist aus Sicht der Üstra erforderlich, weil sie höhere Kapazitäten hat. Erforderlich wird diese höhere Kapazität, wenn, wie geplant, die Linie 10 von einem heute 7,5-Minuten-Takt auf einen Fünf-Minuten-Takt und die 17 vom derzeitigen 15-Minuten-Takt auf einen Zehn-Minuten-Takt umgestellt wird.

Wie geht es jetzt weiter?
Seit Jahrzehnten befassen sich Politiker und Verkehrsexperten mit der D-Linie, jetzt soll alles recht schnell gehen. Der Wirtschaftsdezernent der Region, Ulf-Birger Franz, will die Pläne in den kommenden Wochen in den politischen Gremien von Stadt und Region präsentieren. Dort muss er sich auf einige Diskussionen und zahlreiche Änderungswünsche gefasst machen. Im kommenden Mai soll dann der Förderantrag bei der Landesnahverkehrsgesellschaft vorliegen. Die Bauarbeiten sollen zunächst in der Kurt-Schumacher-Straße beginnen. Franz rechnet mit der Hauptbauphase für den Abschnitt in der Innenstadt sowie auf der anderen Bahnhofsseite in den Jahren 2015 bis 2019.

Andreas Schinkel und Mathias Klein

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Vorstellung der D-Linie
Die Pläne zur D-Linie wurden am Donnerstag öffentlich vorgestellt.

Die Region Hannover hat die Pläne für den Bau der D-Linie öffentlich präsentiert und die Bürger darüber diskutieren lassen. Viele Einwände gab es aus der Politik.

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