Am Lister De-Haën-Platz haben Experten auf 45 Grundstücken Schwermetalle sowie eine erhöhte radioaktive Belastung entdeckt. Die Region Hannover will die Flächen jetzt sanieren, doch es droht Streit mit den Eigentümern um die Kostenbeteiligung. Alles zum Thema.
Wer kommt für die Altlastensanierung am De-Haën-Platz in der List auf? Die Grundstückseigentümer nicht, ist die Bürgerinitiatve überzeugt – und rät von einem Vertrag mit der Region Hannover ab.
Während die Region Hannover mit vielen Eigentümern rund um den Lister De-Haën-Platz noch um die Sanierung der Grundstücke ringt, kann Hannovers Stadtverwaltung auf einem ihrer eigenen Areale Vollzug melden.
In elf Fällen will die Stadt Hannover die kompletten Sanierungskosten am De-Haën-Platz in der List übernehmen. Sechs weitere Eigentümer könnten die Hälfte der Kosten erstattet bekommen. Nach Meinung der Bürgerinitiative müsste die Stadt ohnehin die gesamten Sanierungskosten tragen.
Die ersten Kräne stehen am De-Haën-Platz. Nun sollen die belasteten Böden abgetragen und entsorgt werden. Der Bauunternehmer hat schon mal ohne die Region Hannover angefangen.
Die Region ermöglicht einigen Hausbesitzern am Lister De-Haën-Platz für die Sanierung der radiologischen und chemischen Altlast Ratenzahlung zu einem sehr günstigen Zinssatz von 2,12 Prozent.
Mit neuen Untersuchungen geht die Region Hannover der Belastung des Grundwassers unter dem von Altlasten durchsetzten Lister De-Haën-Platz auf den Grund. Am Mittwoch richteten Experten insgesamt neun sogenannte Grundwassermessstellen in Fraunhofer-, Hertz-, Liebig- und Röntgenstraße ein.
Das Klima im Streit um die Sanierung der Altlast am Lister De-Haën-Platz in Hannover wird rauer. Die Umweltdezernenten von Stadt und Region hätten die Bürgerinitiative (BI) gedrängt, „nicht länger zu blockieren“ und die Sanierungsvereinbarungen zu unterschreiben. Auf der anderen Seite hätten die Anwohner deutlich gemacht, mit der vorliegenden Finanzplanung immer noch nicht einverstanden zu sein.
Die Sanierung der radiologischen und chemischen Altlast am Lister De-Haën-Platz wird günstiger als bisher angenommen. Am Mittwoch präsentierten die Umweltdezernenten von Stadt und Region Hannover, Hans Mönninghoff (Grüne) und Axel Priebs (SPD) die Ergebnisse der Kostenberechnung, an der ein beauftragtes Ingenieurbüro in den vergangenen Monaten gearbeitet hat.