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Der Fall De Haën Anwohner am De-Haën-Platz lehnen Sanierungsvertrag ab
Hannover Themen Der Fall De Haën Anwohner am De-Haën-Platz lehnen Sanierungsvertrag ab
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14:58 17.11.2010
Während sich Umweltdezernent Axel Priebs beim Thema De-Haën-Platz auf der Zielgeraden sieht, ist die Bürgerinitiative weiter skeptisch. Quelle: Dillenberg
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„Es gibt viele Punkte, die für uns unbefriedigend sind“, sagte die BI-Vorsitzende Barbara Schlecht. Unter anderem sei nicht geregelt, wer für Kosten aufkomme, die erst Jahre nach der Altlastensanierung entstünden. „Wir werden immer höhere Kosten haben. Sobald es nötig wird, tiefer zu graben, stoßen wir wieder auf belastetes Material, das teuer entsorgt werden muss.“ Kritik äußerte sie außerdem an dem mit 100.000 Euro bestückten Härtefallfonds. „Ich weiß nicht, wer darunter fallen soll. Wir haben nicht viele Hartz-IV-Empfänger, dafür um so mehr Familien, die in den Abzahlungen ihrer Darlehen stecken. Die profitieren nicht.“ Strittig ist außerdem, wie viel Erde ausgetauscht werden soll. Die Region hält an 60 Zentimetern fest. Einige Anwohner jedoch sprechen sich für die gesetzliche Mindesthöhe von 35 Zentimetern aus, weil das günstiger ist.

Die Region schätzt die Sanierungskosten auf 4,3 Millionen Euro. Eine Million Euro übernimmt die öffentliche Hand, den Rest müssen die Eigentümer tragen. Insgesamt sind 45 Grundstücke betroffen. 4000 Kubikmeter Bodenaushub stehen zur Entsorgung an. 37 Eigentümer haben nach Angaben der Region grundsätzliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert. „Aber es kommt auf die Details und Kosten an“, sagte Anwohner Jan Woebking. Das sah auch Jörg Baltruweit so: „Ich glaube nicht, dass viele den Vertrag so, wie er jetzt ist, unterschreiben werden.“ Wie viele Anwohner mitziehen müssen, damit sich ihr Sanierungsplan lohnt, konnte die Region nicht mitteilen. „Es kommt nicht nur darauf an, sondern ob die Flächen derjenigen, die dabei sind, zusammenhängen und gut gemeinsam saniert werden können, sagte Regionssprecherin Christina Kreutz.

Für erneuten Zündstoff sorgte indes im Bezirksrat ein sieben Jahre altes Gutachten. Aus der Studie, die von der Stadt in Auftrag gegeben wurde, geht hervor, dass Stadt und Region bereits seit 2003 wussten, dass das Betriebsgelände von Riedel-de Haën chemisch und radioaktiv verseucht ist. „Sie haben das Gutachten in der Schublade verschwinden lassen, sind weder ihrer Informationspflicht, noch ihrer Pflicht, das Gebiet zu sanieren, nachgekommen. Das ist eine Verletzung der Amtspflicht“, sagte Woebking empört. „Viele haben ihre Wohnung erst nach 2003 gekauft und hätten das nicht getan, wenn sie alles gewusst hätten.“

Priebs bestätigte den Inhalt der Studie, verwahrte sich jedoch gegen den Vorwurf der Untätigkeit. „Hannover ist voll mit Altlasten. Wir haben keine Möglichkeit, die Hinterlassenschaften von 150 Jahren Industriegeschichte aufzuarbeiten.“ Regionssprecherin Kreutz betonte, dass es für die Eigentümer der belasteten Flächen heute dagegen durchaus eine Verpflichtung zur Sanierung gebe. „Und es ist nicht ratsam, dass das jeder auf eigene Faust macht. Da müssen viele Dinge wie die korrekte Entsorgung berücksichtigt werden.“ Petra Günther, die die Sanierung im Auftrag der Region koordiniert, kündigte an, dass die konkreten Kosten für die einzelnen Grundstücke Anfang Dezember vorliegen.

Die Frage, woher das Radon kommt, das nach weiteren Messungen in drei Häusern in der Fraunhofer Straße festgestellt wurde, kann die Region noch nicht beantworten. Die Messungen wurden vergangene Woche abgeschlossen, ein Gutachter wertet sie nun aus. Befürchtet wird, dass das Gas aus zugeschütteten Gräben unter den Häusern ausströmt. Bisher ging man davon aus, dass die Strahlung nur durch die Wände in die Häuser gelangt. Sollte das radioaktive Gas von unten kommen, müssten auch noch Kellerböden abgedichtet werden.

Julia Pennigsdorf

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