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Anwohner haben Vorbehalte gegen De-Haën-Sanierung

List Anwohner haben Vorbehalte gegen De-Haën-Sanierung

Viele Anwohner des De-Haën-Platzes in der List sind noch unentschieden, ob sie den Vertrag mit der Region Hannover unterschreiben. Denn noch weiß kein Eigentümer, wie teuer die Sanierungsarbeiten werden.

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Nur wenn ein Großteil der Eigentümer den Vertrag unterschreibt, kann die Region Hannover die geplante koordinierte Sanierung durchführen.

Quelle: Uwe Dillenberg

Gut zwei Jahre, nachdem auf dem De-Haën-Platz in der List radioaktive Altlasten entdeckt wurden, ist noch offen, wie die Sanierung des Geländes vonstatten gehen wird. Die Region Hannover strebt eine Sanierung aus einer Hand an, doch je näher der Tag der tatsächlichen Vertragsunterzeichnung mit den Eigentümern der 45 belasteten Grundstücke rückt, desto unklarer wird, ob tatsächlich die meisten Betroffenen den sogenannten Sanierungsvertrag unterzeichnen werden.

Nur wenn ein Großteil der Eigentümer dies tut, kann die Region die geplante koordinierte Sanierung durchführen – und nur dann fließt auch der öffentliche Zuschuss von mehr als einer Million Euro an die Eigentümer. Passiert das nicht, kann die Region jeden Eigentümer dazu verpflichten, die Sanierung selbst zu organisieren. Dann stünden der Behörde und den Eigentümern unter Umständen zahlreiche Rechtsstreitigkeiten ins Haus.

Zuletzt hätten 37 der 45 Eigentümer die grundsätzliche Bereitschaft zur Unterschrift unter den Vertrag signalisiert, sagt Petra Günther, die die Sanierung im Auftrag der Region koordiniert. Das aber sei noch keine Garantie, dass am Ende auch alle unterschreiben. „Die Detailplanungen für jedes einzelne Grundstück laufen noch“, sagt Günther. Noch also weiß kein Eigentümer ganz genau, wie teuer die Arbeiten in seinem Garten werden. „Ich bin selbst gespannt, wie das ausgeht.“ Gegenüber der HAZ haben bereits mehrere Anwohner Gesprächsbedarf mit der Region angekündigt. „Viele können sich bisher nicht dazu durchringen, den Vertrag zu unterschreiben“, sagt eine Eigentümerin.

Denn ganz offensichtlich haben sich die Prioritäten bei vielen Eigentümern seit Entdeckung der strahlenden und anderer Altlasten verschoben. „Anfangs lag das Hauptaugenmerk der Anwohner darauf, dass die Sanierung möglichst gründlich gemacht wird“, sagt Günther. Jetzt, da offenkundig wird, wie hoch die Kosten im Einzelfall zu werden drohen, sei es etlichen Eigentümern wichtiger, dass die Sanierung möglichst preisgünstig vonstatten gehe. „Die Gefahr, die von den Altlasten ausgeht, ist für viele eine abstrakte“, sagt Günther. Sie hält die neue Haltung für nachvollziehbar – „schließlich bleibt ein großer Brocken der Kosten bei den Eigentümern hängen“. Diese Kosten können von vierstelligen Beträgen bis hin zu solchen um die 200 000 Euro gehen. Nach derzeitigen Schätzungen deckt der Zuschuss von Stadt und Region etwa ein Viertel der Kosten ab.

So kommt es, dass vielen Anwohnern mittlerweile die Sanierung nach gesetzlichem Mindeststandard ausreichen würde – also das Auskoffern und Wiederaufschütten von 35 Zentimetern Boden. Die Regionsversammlung hat einen Standard von 60 Zentimetern beschlossen. Wollte man den unterschreiten, würde ein neuer politischer Beschluss notwendig.

Die Besitzer von acht Arealen können mittlerweile sogar darauf hoffen, um die Sanierung ihrer Innenhöfe komplett herumzukommen, sofern sie eine sogenannte Baulast im Grundbuch eintragen lassen. Die würde daraus bestehen, dass etwa Kinder in den Innenhöfen nicht mehr spielen dürften. Das wiederum müsste bei jedem Verkauf und jeder Vermietung angegeben werden. Ob die Belastungswerte in den acht Innenhöfen diese Regelung jedoch möglich machen, prüft die Region derzeit noch.

Felix Harbart

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