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Der Fall De Haën Chemikalien auf 96 Flächen
Hannover Themen Der Fall De Haën Chemikalien auf 96 Flächen
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12:38 27.07.2009
Quelle: Frank Wilde
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Das sagte Regionsumweltdezernent Axel Priebs am Donnerstag. Bis zur endgültigen Klärung im Januar sollten Kinder nicht mit dem kontaminierten Erdreich in Kontakt kommen. „Sie können dort spielen, aber sie sollten nicht buddeln oder Erde in den Mund nehmen“, sagte Priebs. Eine akute Gesundheitsgefahr bestehe jedoch nicht.

Die Region hat seit September 182 Flächen in dem Wohnquartier zwischen den Straßenzügen Wittekamp, Wald-, Bunsen- und Bessemerstraße untersuchen lassen. Seit Anfang Juli, als am ehemaligen Produktionsstandort der früheren Chemiefirma de Haën erhöhte Radioaktivität gemessen wurde, beschäftigt der Altlastenfall Behörden und Anwohner. Mehrmals haben Recherchen weitere Verdachtsflächen ergeben.

Mit der Nachfolgefirma von de Haën, dem Seelzer Chemieunternehmen Honeywell, führt die Region einen Rechtsstreit um die Finanzierung von Sanierungen. Deren Notwendigkeit ist zwar offiziell noch nicht bestätigt, gilt unter Fachleuten aber als sicher. Besonders die sieben Flächen, auf denen eine stark erhöhte Arsenkonzentration festgestellt wurde (die HAZ berichtete), sind dem Vernehmen nach sanierungsbedürftig.

Am Donnerstag hat die Region damit begonnen, Briefe an alle Eigentümer der untersuchten Flächen zu verschicken. „Für viele wird das sicherlich ein Schreck“, sagt Petra Günther, die die Messungen für die Region koordiniert. Die Eigentümer werden auch darüber informiert, dass sie bis zum Abschluss der Untersuchungen keinen Boden austauschen dürfen.

Bei der Bürgerinitiative „Gegen Altlasten in der List“ regt sich derweil Unmut über die Informationspolitik der Region. „Die Eigentümer werden benachrichtigt, aber die Anwohner lässt man im Unklaren“, sagt Susanne Schweizer. Die 42-Jährige ist Vorsitzende der „Villa Kunterbunt“, einer von fünf Kitas im betroffenen Gebiet. „Auf meine Nachfrage hat Frau Günther mir bereits Ende Oktober die Messergebnisse für die Kitas gezeigt“, sagt Schweizer.

Die Kita-Betreiber selbst seien aber erst vor zwei Tagen informiert worden. „Die Ergebnisse waren damals noch nicht wasserdicht“, sagt Günther. „Und bei den gefundenen Stoffen kommt es auf ein paar Tage nicht an.“ Eltern müssten nun entscheiden, ob sie ihre Kinder untersuchen lassen wollten, fügte Hans-Bernhard Behrends, Gesundheitsexperte der Region, an.

Für Fragen ist Petra Günther unter (05 11) 61 61 11 00 zu erreichen.

von Johannes Schneider

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