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De-Haën-Anwohner in der List fordern mehr Hilfe

Altlasten De-Haën-Anwohner in der List fordern mehr Hilfe

Die Anwohner in der List fordern in der Debatte um die Finanzierung der Sanierung rund um den De-Haën-Platz mehr Hilfe von Stadt und Region. Die Bürgerinitiative gegen Altlasten in der List zeigt sich aber zufrieden damit, dass es überhaupt eine gemeinsame, von der Region koordinierte Sanierung geben soll.

Die Bürgerinitiative gegen Altlasten in der List fordert in der Debatte um die Finanzierung der Sanierung rund um den De-Haën-Platz einen größeren Beitrag von Stadt und Region. „Die Eigentümer, die an den chemischen und radioaktiven Belastungen des Bodens völlig unschuldig sind, können neben dem Wertverlust ihrer Wohnung, der im fünfstelligen Bereich liegt, nicht auch noch den Löwenanteil der Sanierungskosten übernehmen“, sagt Initiativensprecherin Barbara Schlecht.

Zuletzt hatten Stadt und Region vorgeschlagen, die geschätzten Gesamtkosten von 6,5 Millionen zur Hälfte zu übernehmen. Dabei sind allerdings die Arbeiten an städtischen Flächen eingerechnet, die die Stadt ohnedies hätte bezahlen müssen. Zweiter Kritikpunkt der Bürgerinitiative ist die Sanierungstiefe. Die Region will eine Bodenschicht von 35 Zentimetern ausheben und zusätzlich eine neue von 25 Zentimetern aufschütten lassen, so dass eine unbelastete Schicht von 60 Zentimetern Stärke entsteht. Nur dort, wo danach immer noch erhöhte Belastungen gemessen werden, soll tiefer gegangen werden. Solche Stellen aber seien nicht zu erwarten, sagen die von der Region beauftragten Experten.

Nichtsdestotrotz sieht die Bürgerinitiative an dem Kompromissvorschlag auch positive Aspekte. So zeigt sie sich zufrieden damit, dass es überhaupt eine gemeinsame, von der Region koordinierte Sanierung geben soll. Auch die Einrichtung eines Härtefallfonds und die Übernahme des Kostenrisikos durch die öffentliche Hand finden den Beifall der Anwohner. Zudem goutieren sie, dass die Sanierungstiefe über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hinausgeht – wenn auch nicht weit genug.

Unterdessen macht eine neu angestoßene Diskussion über einen Altlastenfonds den Anwohnern Mut. Allerdings ist es zweifelhaft, dass das Dauerbrennerthema dieses Mal tatsächlich zu einem konkreten Abschluss gebracht wird. Niedersachsens Umweltminister Sander, in dessen Zuständigkeitsbereich ein solcher Fonds fallen würde, zeigt sich zwar offen – aber nur, wenn Bund und Industrie mitmachen. Bisher aber hatte Sander stets betont, dass letztere genau dazu nicht zu bewegen sei.

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