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Der Fall De Haën De-Haën-Papier: „Schlampige“ Region Hannover in der Kritik
Hannover Themen Der Fall De Haën De-Haën-Papier: „Schlampige“ Region Hannover in der Kritik
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22:28 26.01.2011
Von Felix Harbart
Der Lister De-Haën-Platz. Quelle: Uwe Dillenberg
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Auch sei das Schriftstück nicht wie üblich mit einem Posteingangsstempel versehen worden. Aus dem 2003 fertiggestellten Gutachten ging hervor, dass die Möglichkeit einer radiologischen Belastung des De-Haën-Platzes bestehe. Untersuchungen auf dem Areal ließ die Region allerdings erst 2008 vornehmen.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass vor dem Hintergrund der möglichen Strahlenbelastung so schlampig mit den Erkenntnissen der Gutachter umgegangen wurde“, sagt Linken-Fraktionschef Jörn Jan Leidecker.

Staatsanwaltschaft und Dienstaufsicht müssten klären, ob die Verantwortlichen fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hätten. CDU-Fraktionschef Eberhard Wicke sieht angesichts der Vorgänge drei Möglichkeiten, was passiert sei: „Entweder die Verwaltung hat das Gutachten nicht ordentlich geprüft, oder sie hat es nicht ordentlich bearbeitet – oder sie hat bewusst etwas verschwiegen“, sagt er. Rechtsanwältin Barbara Häring, die die Bürgerinitiative der betroffenen Anwohner vertritt, bezeichnet das Fehlen jeglicher Dokumentation als „ungewöhnlich“.

Regions-Umweltdezernent Axel Priebs dagegen bezeichnet die Kritik der Linken als „Polemik“. „Die Qualität einer Sachbearbeitung ist nicht an der Frage von Eingangsstempel festzumachen“, sagt er. Region und Stadt hätten sich regelmäßig über das Problem ausgetauscht. „Wir haben das Gutachten ordentlich bearbeitet.“

Nach wie vor prüft derweil die Staatsanwaltschaft Hannover, ob es im Fall de Haën den Anfangsverdacht für ein Umweltvergehen gibt. Die Prüfung dauere an, hieß es am Mittwoch.

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