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Eigentümer am De-Haën-Platz wollen bei Altlast-Sanierung sparen

List Eigentümer am De-Haën-Platz wollen bei Altlast-Sanierung sparen

Rund um den De-Haën-Platz in der List könnte Kinderspiel bald verboten sein? Der Grund: Die Eigentümer wollen bei der Sanierung der Altlast sparen und nur noch den gesetzlichen Mindeststandard erfüllen.

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In der Umgebung des De-Haën-Platzes ist der Boden mit Schwermetallen und radioaktiven Stoffen belastet.

Quelle: Uwe Dillenberg

Angesichts teils hoher Kosten für die Sanierung der Altlast auf Privatgrundstücken rund um den Lister De-Haën-Platz dringen einige der Eigentümer auf Alternativen zum von der Region Hannover vorgeschlagenen Sanierungsprogramm. So wollen die Eigner von acht Grundstücken nur noch den gesetzlichen Mindeststandard erfüllen – einen Standard, nach dem Kinderspiel auf dem Gelände nicht mehr zulässig wäre.

„Einige Eigentümer argumentieren, in ihrem Haus wohnten keine Kinder, und das werde sich auch nicht ändern“, sagt Regionssprecherin Christina Kreutz. Deswegen lässt die Region jetzt prüfen, um wie viel die Arbeiten billiger würden, wenn einzig die Bedingung „reines Wohnen ohne Kinderspiel“ erfüllt würde. Im Gegenzug müssten die Eigentümer zusichern, dass auf den betreffenden Grundstücken keine Kinder spielen, sagt Kreutz. Überprüfen lasse sich das allerdings kaum. Kreutz verweist auf umfassende Kenntnisse über die Lage vor Ort, die die Regionsmitarbeiter bereits gewonnen hätten.

Region und Stadt hatten den Eigentümern der belasteten 45 Grundstücke einen Sanierungsvertrag vorgelegt, nach dem sich die Region organisatorisch um die Beseitigung der Altlast kümmern soll. Gleichzeitig haben die beiden Verwaltungen zugesagt, mit einer Million Euro rund ein Viertel der Gesamtkosten zu tragen. Allerdings kann die Sanierung aus einer Hand nur dann stattfinden, wenn ein Großteil der Eigentümer dem Vertrag zustimmt. Nach derzeitigem Stand der Dinge sei das der Fall, sagt Kreutz.

Nach dem Vertrag bekommt nur der eine Förderung, der auf seinem Grundstück den von der Region vorgeschlagenen Sanierungsstandard erfüllt. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Austausch des Bodens in einer Tiefe von 35 Zentimetern. Zusätzlich will die Region 25 Zentimeter neues Erdreich aufschütten lassen – unter anderem, damit Kinder gefahrlos spielen und buddeln können. „Aus unserer Sicht muss jede Sanierung, die dem Bodenschutzgesetz entspricht, öffentlich gefördert werden“, schreibt nun die Bürgerinitiative in einem Brief an Region und Stadt. In ihrer Antwort teilt die Region mit, sie werde auch die anderen unterstützen – allerdings nur planerisch, nicht finanziell.

Laut der Bürgerinitiative „Gegen Altlasten in der List“ ist die Zustimmung zu dem Sanierungsvertrag nicht so groß, wie die Region sagt. „Es zeichnet sich ab, dass sich die Eigentümer mit geringeren Sanierungskosten vorwiegend beteiligen wollen, viele Eigentümer mit hohen Sanierungskosten eine Beteiligung jedoch bisher ablehnen“, schreibt sie. Sie wenden sich dagegen, dass die öffentliche Hand laut Sanierungsplan jedem Eigentümer einen „linearen prozentualen Zuschuss“ zukommen lassen will. Die Bürgerinitiative dagegen fordert, dass diejenigen Eigentümer mit höheren Kosten auch anteilig mehr öffentliche Förderung bekommen. Das aber lehnt die Region nach wie vor ab.

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