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Der Fall De Haën Honeywell gibt kein Geld für die Sanierung
Hannover Themen Der Fall De Haën Honeywell gibt kein Geld für die Sanierung
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11:05 09.12.2009
Von Felix Harbart
In der Fraunhoferstraße 3 wurde in zwei Wohnungen zu viel des radioaktiven Gases Radon gefunden. Quelle: Rainer Dröse
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„Das Verwaltungsgericht Hannover hat eindeutig geurteilt, dass Honeywell nicht der Rechtsnachfolger der Fabrik von Eugen de Haën ist“, heißt es in einem Brief, den das Unternehmen der Region jetzt geschickt hat. „Vor dem Hintergrund dieser klaren Entscheidung wird sich das Unternehmen nicht an den Kosten für die Sanierung beteiligen.“

Zur Begründung verweist Geschäftsführer Peter Degenkolb auf die wirtschaftliche Lage. An seinem Standort in Seelze sei das Unternehmen verpflichtet, „sicher, effizient, wirtschaftlich verantwortlich und nachhaltig zu handeln“, schreibt Degenkolb. „Es ist unsere wichtigste Priorität, dieser Verpflichtung gerecht zu werden und das Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten.“ Seit Beginn des Jahres macht das Unternehmen mit 630 Mitarbeitern von Kurzarbeit Gebrauch, auch für 2010 ist die Maßnahme weiter vorgesehen.

Regionspräsident Hauke Jagau sagte, Honeywell entziehe sich seiner „moralischen Verantwortung“. Eberhard Wicke (CDU) sprach dagegen von einer „bedauerlichen, aber verständlichen Entscheidung“. Durch die Entscheidung sei die Zahl derer, die die Last der Sanierung tragen könnten, kleiner geworden, sagte Jagau. Umweltdezernent Axel Priebs erinnerte daran, dass die Region den Eigentümern entgegengekommen sei, indem sie Voruntersuchungen bezahlt habe. „Trotzdem ist uns bewusst, dass die Grundstückseigentümer unverschuldet in eine missliche Situation gekommen sind.“

Unterdessen dringt die Bürgerinitiative „Gegen Altlasten in der List“ auf eine Beteiligung der Stadt an den Sanierungskosten. Man halte die Stadt Hannover „zumindest moralisch für verpflichtet, die Sanierung ideell und finanziell zu unterstützen“, heißt es in einem Schreiben an die Mitglieder des Rates. Außerdem mahnt sie „sorgfältige und gründliche Sanierungen“ an. Michael Dette (Grüne) sprach gestern von ideeller Unterstützung wie technischem Fachwissen oder Planungspersonal, mit dem die Stadt helfen könnte.

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