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Der Fall De Haën Kleingärten strahlen nicht mehr
Hannover Themen Der Fall De Haën Kleingärten strahlen nicht mehr
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12:53 12.06.2011
Von Felix Harbart
Die Sanierung der Kleingartenanlage Lister Damm ist abgeschlossen. Quelle: Michael Thomas (Archiv)
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Am Freitag lud Umwelt- und Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff auf den Parkplatz der Kleingartenanlage Lister Damm ein, um die Fertigstellung der Sanierung auf dem Gelände mit einem Umtrunk zu feiern.

Insagesamt 1300 Tonnen belasteten Bodens hat die Stadt zwischen September 2010 und Februar 2011 abtransportieren lassen. Rund 400 Kilogramm davon landeten aufgrund ihrer besonders starken radioaktiven Belastung in zwei Spezialfässern und kamen anschließend auf eine Sonderdeponie ins nordrhein-westfälische Jülich. Unterm Strich belaufen sich die gesamten Kosten für das Unterfangen auf mehr als eine Dreiviertelmillion Euro. 425 000 Euro von dieser Summe entfallen auf die Bauarbeiten und die anschließende Wiederherstellung des Geländes. 335.000 Euro machen hingegen die Positionen Entsorgung und Transport aus.

Nach dem Fund radiologischer und chemischer Altlasten auf dem von Wohnhäusern umgebenen De-Haën-Platz hatte die Stadt im Jahr 2008 auch auf dem Gelände der Kleingartenanlage Strahlung festgestellt. Dort, auf der nördlichen Seite des Mittellandkanals, hatte der für die Kontaminationen verantwortliche Chemiekonzern Riedel-de Haën bis 1902 seine Deponie unterhalten. Das Parkplatzgelände sowie fünf in direkter Nachbarschaft gelegene Gartenparzellen waren von der Kontaminierung betroffen.

Weil eine Vollsanierung des Areals Kosten von rund fünf Millionen Euro mit sich gebracht hätte, einigten sich damals die Stadt und der Bezirksverband der Kleingärtner auf ein anderes Modell: Im Bereich des Parkplatzes ließ die Stadtverwaltung die radiologisch hoch belasteten Bereiche auskoffern. In den betroffenen fünf Kleingärten wurden der Oberboden entfernt, ein Vlies verlegt und neuer Boden aufgebracht. Die fünf Gartenpächter zogen in andere Parzellen um. Die besonders sensible Nutzung dieser Bereiche als Schrebergärten ist seither nicht mehr möglich, wohl aber können die Laubenpieper das Areal als Containerstellplatz oder für besondere Veranstaltungen nutzen. Bei dieser Nutzung bestünden „nun keine Gesundheitsgefahren mehr“, sagt Mönninghoff.

Wie es mit der Sanierung auf den Grundstücken rund um den De-Haën-Platz weitergeht, steht dagegen zurzeit noch in den Sternen. Die Region Hannover präsentiert den jeweiligen Eigentümern in diesen Tagen ihre individuellen Kostenkalkulationen. Bis zum Sommer müssen die Grundstückseigner dann entscheiden, ob sie zu den von Stadt und Region vorgeschlagenen Konditionen die Sanierung durchführen lassen wollen. In diesem Fall würde sich die öffentliche Hand mit etwa 30 Prozent beteiligen. Derweil sehen die Mitglieder der örtlichen Bürgerinitiative nicht ein, dass sie überhaupt etwas zahlen sollen und denken über eine Klage gegen die Stadt nach. In diesem Fall entfiele auch die Förderung.

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In elf Fällen will die Stadt Hannover die kompletten Sanierungskosten am De-Haën-Platz in der List übernehmen. Sechs weitere Eigentümer könnten die Hälfte der Kosten erstattet bekommen. Nach Meinung der Bürgerinitiative müsste die Stadt ohnehin die gesamten Sanierungskosten tragen.

Felix Harbart 07.06.2011

Die ersten Kräne stehen am De-Haën-Platz. Nun sollen die belasteten Böden abgetragen und entsorgt werden. Der Bauunternehmer hat schon mal ohne die Region Hannover angefangen.

Felix Harbart 12.05.2011

Die Region ermöglicht einigen Hausbesitzern am Lister De-Haën-Platz für die Sanierung der radiologischen und chemischen Altlast Ratenzahlung zu einem sehr günstigen Zinssatz von 2,12 Prozent.

22.03.2011
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