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Noch mehr Strahlung am De-Haën-Platz in der List

Altlasten Noch mehr Strahlung am De-Haën-Platz in der List

Auch zwei Jahre nach Entdeckung der radiologischen und chemischen Altlast in der List finden die von der Region beauftragten Experten noch neue Strahlenbelastungen. Die Stadt Hannover wusste bereits seit 25 Jahren von der Belastung.

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Um den belasteten Boden unter ihren Häusern zu sanieren, müssen viele Anwohner in der List tief in die Tasche greifen. Dabei, finden sie, trägt die Stadt die Verantwortung für die Malaise.

Quelle: Rainer Surrey

Die Bewohner eines Hauses in der Fraunhoferstraße haben jetzt die Nachricht erhalten, dass das radioaktive Gas Radon nicht nur aus dem Vorgarten in ihr Gebäude eindringt, sondern auch aus dem Innenhof. „Für uns ist das ein ganz unangenehmes Gefühl, zudem wird es die Sanierung massiv verteuern“, sagt Bewohnerin Barbara Nebendahl, die zugleich Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) „Gegen Altlasten in der List“ ist. Auf die acht Parteien könnten Kosten von insgesamt 200 000 Euro zukommen.

Wie berichtet, denkt die BI darüber nach, gerichtlich gegen die Stadt Hannover vorzugehen. Die Begründung: Obwohl die Belastung des Geländes der ehemaligen Chemiefabrik Eugen de Haën bekannt gewesen sei, sei das Gebiet in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zur Wohnbebauung freigegeben worden. Auch in der Folge seien die Eigentümer stets in Unkenntnis über vorliegende Erkenntnisse gelassen worden.

Umweltdezernent Hans Mönninghoff wies die Vorwürfe am Montag im Umweltausschuss zurück. Man habe die Ergebnisse einer Recherche im Jahr 2003 an die Region übergeben, sagte er. Dort allerdings blieben sie bis 2008 in der Schublade, bis die De-Haën-Nachfolgefirma Honeywell am neuen Sitz in Seelze strahlende Altlasten bemerkte. „Als Stadt haben wir uns jederzeit rechtlich einwandfrei verhalten“, sagte er. Zudem verwies Mönninghoff auf das Altlastenkataster der Stadt. Eigentümer hätten die Möglichkeit, im Kataster nachzusehen. Viele Eigentümer aus der List aber beklagen, Informationen über die Belastung der Grundstücke seien zum Zeitpunkt des Kaufes nicht verfügbar gewesen.

Fest steht in jedem Fall, dass die Stadt schon viel früher als 2003 von der Möglichkeit einer Altlast wusste. Bereits im Januar 1986 informierte die Bürgerinitiative Umweltschutz (BiU) die Stadt nach Hinweisen eines damals 81-jährigen Hannoveraners über die Probleme unter dem De-Haën-Platz. In der HAZ wurde die Verwaltung damals mit den Worten zitiert, man wolle den Fall jetzt untersuchen – vor mittlerweile 25 Jahren. Die Opposition fordert von der Stadtverwaltung jetzt, den Eigentümern in der List entgegenzukommen: „Die ganze Sache hat ein Geschmäckle“, sagt CDU-Chef Dirk Toepffer. „Die Stadt muss bekennen, dass sie Verantwortung trägt. Es ist an der Zeit, das finanzielle Angebot an die Eigentümer zu erhöhen.“ Bislang haben Stadt und Region insgesamt eine Million Euro als Zuschuss für die Sanierungskosten angeboten, die bei mehr als dem Vierfachen liegen. Auch Linke, WfH und der Eigentümerverband Haus & Grundbesitz forderten die Stadt auf, die Kosten für die Sanierung zu tragen.

Felix Harbart
 und Mathias Klein

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2008 ließ die Region Hannover die Grundstücke am De-Haën-Platz in der List untersuchen.

Im Ringen um die Kosten der Altlastensanierung am Lister De-Haën-Platz haben die Anwohner einen neuen Trumpf in der Hand: Offenbar wussten die Behörden schon viel länger als bislang eingeräumt, dass die Grundstücke belastet waren.

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