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Noch mehr Strahlung am De-Haën-Platz in der List Anwohner: „Region hätte 
reagieren
 müssen“

Altlasten

Anwohner: „Region hätte 
reagieren
 müssen“

Seit zweieinhalb Jahren treibt sie die Sache jetzt um. Seit eines Sommertages plötzlich Flatterband vor ihrer Haustür wehte, Menschen mit Messgeräten den Platz vor dem Haus abschritten und der Regionspräsident spontan zu einer Pressekonferenz auf den De-Haën-Platz lud.

 Auf Wolfgang und Barbara Nebendahl kommen hohe Kosten zu, wenn sie die Sanierung ihres Grundstücks in der Fraunhoferstraße selbst bezahlen müssen.

Auf Wolfgang und Barbara Nebendahl kommen hohe Kosten zu, wenn sie die Sanierung ihres Grundstücks in der Fraunhoferstraße selbst bezahlen müssen.

© Rainer Surrey

Seitdem verfolgt Barbara Nebendahl die Strahlenbelastung vor, hinter und unter ihrem Haus wie ein böser Traum.

Dabei war alles so schön gewesen, als die Nebendahls 2005 ihre Wohnung in der Fraunhoferstraße kauften. Ihnen gefiel die schöne Wohngegend in der List, in der sich Kinderläden an Friseurgeschäfte und Bäckerläden reihen und der Nachwuchs sich am Nachmittag auf dem Spielplatz trifft. „Aber wenn wir damals gewusst hätten, dass da eine Altlast im Boden liegt, hätten wir die Wohnung nie und nimmer gekauft“, sagt Nebendahl. Weil es aber zu spät war, entschied sie sich, die Sache wenigstens nicht klaglos hinzunehmen. Seit zweieinhalb Jahren ist Nebendahl, die 2008 noch Schlecht hieß, Vorsitzende der Bürgerinitiative „Gegen Altlasten in der List“.

Gerade ist ihr und den anderen sieben Eigentümern ihres Hauses ein Brief der Region ins Haus geflattert, in dem steht, dass die Belastung noch höher ist als gedacht. Nicht nur, dass das radioaktive Gas vom Vorgarten und unter dem Keller her ins Haus strömt, es kommt auch aus dem Innenhof. Die Nebendahls richten sich jetzt darauf ein, dass die Gesamtsanierung bis zu 200.000 Euro kosten kann. Eine finanzielle Belastung, die es lohnt, dagegen anzukämpfen.

Ähnlich geht es Jan-Peter Wöbking, der in der Hertzstraße wohnt. Noch weiß auch er nicht, wie hoch genau die Kosten sein werden, die auf ihn zukommen. „Hätte ich von dem Problem gewusst, hätte ich die Wohnung nicht gekauft“, sagt auch er.

Gemein ist allen eine besondere Wut auf Stadt und Region, die spätestens 2003 von den Problemen wussten. Die Nebendahls haben ihre Wohnung ebenso wie Jan-Peter Wöbking im Jahr 2005 gekauft, Nachbarin Holle Voß ihre 2004 und die Familie Canero die ihre 2007. Im Altlastenkataster sei damals nichts zu finden gewesen, sagt Wöbking. Auch heute könne ihm die Region Hannover keine Auskünfte zu seinem Grundstück geben. „Die Region hätte 2003 handeln müssen, anstatt die Sache in der Schublade verschwinden zu lassen“, sagt er. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Konstellation rechtens ist.“

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