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Radioaktive Belastung in Wohnungen in der List gemessen

13. Mai 2009 Radioaktive Belastung in Wohnungen in der List gemessen

Nach der Entdeckung radioaktiver Altlasten am De-Haën-Platz sind nun in zwei Wohnungen gesundheitlich bedenkliche Radon-Werte gemessen worden. Erhöhte Konzentrationen des radioaktiven Edelgases in der Luft gelten als krebserregend.

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Spielplatz auf dem De-Haën-Platz.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Den Bewohnern werde häufiges Lüften empfohlen, teilte die Region am Mittwoch mit. Zudem prüft die Behörde technische Soforthilfen wie etwa Kellerräume abzudichten. Quelle der Strahlung ist das Erdreich. Auf dem Gelände im gutbürgerlichen Stadtteil List stand bis vor 100 Jahren eine Chemiefabrik, erst im vergangenen Sommer war die Strahlung aufgefallen. Bis September soll nun geklärt werden, welche Sanierungsmaßnahmen notwendig sind, erklärte ein Regionssprecher.

Der Boden sei nicht nur radioaktiv verseucht, sondern auch durch verschiedenste Chemikalien belastet, berichtete der Sprecher. Auf dem betroffenen Gelände stehen heute knapp 100 Mehrfamilienhäuser, noch ist unklar, ob alle Grundstücke saniert werden müssen.

Die Stadt Hannover hatte bereits im Februar 44 Tonnen radioaktiv verseuchte Erde auf dem De-Haën-Platz abgetragen. Hier sah die Stadt besondere Eile geboten, da sich auf dem Platz ein Spielplatz befindet. Den Anwohnern war empfohlen worden, fürs erste kein Obst und Gemüse in ihren Gärten anzubauen. Von einer Gesundheitsgefahr war bisher keine Rede.

Nun sind allerdings bei dreimonatigen Langzeitmessungen in zwei Wohnungen Radon-Werte von 540 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft gemessen worden. Bereits bei Radon-Konzentrationen von 150 Becquerel ist ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko nachweisbar. Ab 400 Becquerel spricht das Bundesumweltministerium von einem „mittelfristigen Maßnahmenbedarf“. Das heißt im Klartext: Die Strahlenquelle muss entfernt werden.

fx/lni

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