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Der Fall De Haën Region Hannover will De-Haën-Anliegern helfen
Hannover Themen Der Fall De Haën Region Hannover will De-Haën-Anliegern helfen
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12:02 23.12.2009
Von Gunnar Menkens
Die Region Hannover will den De-Haën-Anliegern helfen. Quelle: Nico Herzog
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Die hannoversche rot-grüne Koalition hatte vor Kurzem angeregt, dass Stadt, Grundstückseigentümer und Region die Kosten für den Bodenaustausch unter sich aufteilen.

Jagau erinnerte dennoch daran, dass die Region nicht zur Hilfe verpflichtet sei, ohnehin habe die Behörde bereits 700.000 Euro für Untersuchungen bezahlt. „Finanzielle Unterstützung für Eigentümer trägt letztlich der Steuerzahler“, sagte Jagau. Die Sanierung der verseuchten Flächen soll zwischen vier und zehn Millionen Euro kosten. Über Details möglicher Hilfen muss noch verhandelt werden. Der Regionspräsident schränkte seine Zusage gestern ein, indem er sagte, er wolle Geld „nicht mit der Gießkanne“ verteilen. Wann die Sanierung beginnt, ist weiterhin offen. Jagau rechnet damit, dass es bis weit in die zweite Jahreshälfte hinein dauern kann.

Die Region steht vor einem schwierigen Jahr 2010. Noch in diesem Jahr war der Haushalt ausgeglichen, für das bevorstehende Jahr erwartet Jagau ein Rekorddefizit von 170 Millionen Euro. Eine der Folgen: Nur noch 60 Millionen Euro stehen für Investitionen bereit. „Eine vernichtend kleine Summe, betrachtet man die Größe der Region.“ Der größte Teil des Geldes stammt aus dem Konjunkturpaket von Bund und Land, den Großteil steckt die Region in die energetische Sanierung von Schulen und Jugendeinrichtungen. Ist der Inhalt des Konjunkturpakets verbraucht, steht es nach Jagaus Einschätzung schlecht um die Investitionskraft der Verwaltung, was regionale Handwerksbetriebe durch Auftragsrückgänge spüren könnten.

Steigende Ausgaben für soziale Leistungen engen den Spielraum weiter ein. 42 Millionen Euro kalkuliert der Regionsetat im nächsten Jahr allein für Unterkunftskosten ein. Hoffnung setzt Jagau in das Ausschreibungsverfahren des S-Bahn-Verkehrs. Einen zweistelligen Millionenbetrag könne die Region sparen – allerdings erst von 2013 an. Die Üstra hat ihre Defizite im Nahverkehr kontinuierlich abgebaut und fährt in diesem Jahr sogar mit Gewinn. Das entlastet die Kassen der Region, sie unterstützt den Busbetrieb aber immer noch mit 30 Millionen Euro. Öffentlicher Nahverkehr ohne Zuschüsse sei „illusorisch“.

Der Regionspräsident erinnerte jedoch auch daran, dass das Klinikum Hannover erstmals eine schwarze Null vorgelegt hat. Ein großer Erfolg sei auch die Gartenregion 2009 gewesen, sie soll im nächsten Jahr in kleinerer Form erneut stattfinden. Und natürlich vergisst Hauke Jagau nicht, „das Highlight 2010“ zu erwähnen: die Eröffnung der Arktislandschaft Yukon Bay im Zoo.

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Die Regionsabgeordneten reagieren zurückhaltend auf den politischen Lösungsvorschlag zur Beseitigung der Altlasten in der List.

Felix Harbart 23.12.2009

SPD und Grüne suchen nach einem Weg, radioaktive Altlasten der Lister Firma Riedel-de Haën zügig zu beseitigen, und sind bereit, Wohnungsbesitzern bei der Sanierung von Grundstücken zu helfen.

Bärbel Hilbig 10.12.2009

Die Hoffnungen, das Seelzer Chemieunternehmen Honeywell werde sich an den Sanierungskosten im Altlastenfall rund um den De-Haën-Platz beteiligen, sind seit Mittwoch ad acta gelegt.

Felix Harbart 09.12.2009
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