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Der Fall De Haën Region lenkt im De-Haën-Streit ein
Hannover Themen Der Fall De Haën Region lenkt im De-Haën-Streit ein
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14:12 27.07.2009
Von Felix Harbart
Die Bürgerinitiative „Gegen Altlasten in der List“ befürchtet, dass noch mehr Wohnungen am De-Haën-Platz in der List, ein erhöhtes Krebsrisiko durch Altlasten haben. Quelle: Rainer Surrey
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In einer Pressemitteilung ließ Umweltdezernent Axel Priebs gestern erstmals durchblicken, die Region könne sich statt eines Rechtsstreits mit dem Seelzer Chemieunternehmen Honeywell auch „alternative Lösungsmöglichkeiten“ vorstellen. Kontrahent Honeywell deutete gestern Abend jedoch bereits an, den Rechtsstreit durchfechten zu wollen.

Man verstehe das Bedürfnis der Anwohner nach Klarheit und Planungssicherheit, schreibt Priebs. „Deshalb laden wir die Firma Honeywell, die Landeshauptstadt Hannover und die Eigentümer der betroffenen Grundstücke ein, darüber nachzudenken, wie die Sanierungskosten gegebenenfalls gemeinsam geschultert werden können.“ Die Region sei „bereit, einen Beitrag zu leisten“. Das Schreiben ist die Reaktion auf die Klagebegründung von Honeywell gegen die Finanzierungsverfügung der Region, die zu Wochenbeginn im Regionshaus eingetroffen war.

Das Angebot stellt eine Kehrtwende in der De-Haën-Politik von Stadt und Region dar. Bisher hatte die Region darauf beharrt, das Riedel-de Haën-Nachfolgeunternehmen Honeywell gerichtlich zu einer Kostenübernahme verpflichten zu wollen. Auch von einer Beteiligung der Stadt wollten beide Verwaltungen bisher nichts wissen. Verschiedentlich waren Hinweise darauf aufgetaucht, dass die Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts möglicherweise Eigentümerin einiger der verseuchten Grundstücke war und damit ebenfalls in der Verantwortung stehen könnte. Stadt und Region hatten dies stets bestritten.

Aus Sicht der Region sind nunmehr „verschiedene Ansätze denkbar“. Diese reichten von einer Aufteilung der Gesamtsanierungskosten auf die verschiedenen Beteiligten bis hin zu Modellen, die in vergleichbaren Altlastenfällen bereits erfolgreich praktiziert worden seien. Man wolle nun die „Idee einer vertraglich abgesicherten Verhandlungslösung zwischen den Beteiligten vertiefen.“ Sollte sich allerdings keine Einigung erzielen lassen, müsste die „juristische Auseinandersetzung weiter geführt werden“.

Auf eben dieser Auseinandersetzung will das Chemieunternehmen allerdings beharren. „Wir sind in der Sache gesprächsbereit, aber erst, wenn die rechtliche Situation geklärt ist“, sagt Sprecherin Sabine Chmielewski. Ohne eine juristische Klärung sei dem Unternehmen „die Gesprächsgrundlage zu unsicher“. Die „veränderte Strategie“ der Region nehme man sehr wohl zur Kenntnis. „Bisher hieß es ja, dass das Unternehmen alleine verantwortlich ist“, sagt Chmielewski. „Das hört sich jetzt anders an.“

Thomas Kunze von der Lister Bürgerinitiative „Gegen Altlasten in der List“ begrüßte das Angebot der Region. „Wir unterhalten uns gerne darüber, wie man eine solche gemeinsame Regelung finden kann“, sagte er. Regions-Oppositionschef Eberhard Wicke (CDU) sieht sich nach dem Schreiben der Verwaltung unterdessen darin bestätigt, dass ein Rechtsstreit mit Honeywell „die falsche Lösung ist“.

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