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Sanierung am De-Haën-Platz steht auf der Kippe

Eigentümer gegen Plan Sanierung am De-Haën-Platz steht auf der Kippe

Die Planungen der Region Hannover zur Altlastensanierung am Lister De-Haën-Platz drohen am Widerstand der Eigentümer zu scheitern. Diese kritisieren, die geplanten Aufschüttungen würden den Charakter des denkmalgeschützten Wohnquartiers „unwiderruflich zerstören“.

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Die Region hat den Eigentümern der 45 betroffenen Grundstücke angeboten, die Organisation der Sanierung in einer konzertierten Aktion zu übernehmen

Quelle: Uwe Dillenberg

Die Sanierung am De-Haën-Platz steht auf der Kippe. In einer Stellungnahme hat sich die Bürgerinitiative Gegen Altlasten in der List jetzt gegen die von der Behörde geplante koordinierte Sanierung ausgesprochen. Aus mehreren Gründen lehnten viele Grundstückseigentümer die vorgeschlagenen Maßnahmen ab, heißt es.

Die Region hat den Eigentümern der 45 betroffenen Grundstücke angeboten, die Organisation der Sanierung in einer konzertierten Aktion zu übernehmen. Diese sieht den Aushub von Erdreich in einer Tiefe von 35 Zentimetern und eine zusätzliche Aufschüttung von 25 Zentimetern vor – mehr, als gesetzlich vorgeschrieben ist. Wer diesem Konzept folgt, soll von Region und Stadt einen Kostenzuschuss von rund 22 Prozent erhalten. Die Kosten für die Sanierung eines Grundstücks können bei bis zu 200 000 Euro liegen.

Die Bürgerinitiative kritisiert jetzt, die geplanten Aufschüttungen würden den Charakter des denkmalgeschützten Wohnquartiers „unwiderruflich zerstören“. Zudem sei die Sanierung wenig nachhaltig und spätere Bodenarbeiten wie das Verlegen von Leitungen mit hohem Aufwand und erheblichen Kosten verbunden. Außerdem stört sich die Bürgerinitiative am pauschalen Kostenzuschuss – ihn empfindet sie als ungerecht. „Wir befürchten, dass angesichts des jetzt angebotenen Sanierungskonzeptes nicht wenige Eigentümer den Weg einer gemeinsamen Sanierung nicht mitgehen werden“, schreibt die Initiative. Sanieren aber muss ein jeder Eigentümer – zur Not kann die Region ihn dazu per Verfügung zwingen.

Regions-Umweltdezernent Axel Priebs nennt das Schreiben einen „Schritt zurück in einer entscheidenden Phase“. Die Rahmenbedingungen seien politisch beschlossen, auch die proportionale Verteilung der Zuschüsse „gut und gerecht“. Man müsse nun „langsam zu Fakten kommen“.

Die Eigentümer hoffen nun darauf, dass das niedersächsische Umweltministerium ihnen Linderung bringt. Vergangene Woche hatte Minister Hans-Heinrich Sander (FDP) versprochen, sein Haus werde günstigere Sanierungsalternativen prüfen. Das aber wundert Priebs, denn: „Wir haben die bisherigen Schritte eng mit dem Ministerium abgestimmt.“

Felix Harbart

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