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Der Fall De Haën Staatsanwaltschaft Hannover prüft den Fall de Haën
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21:54 19.01.2011
Von Felix Harbart
Der Lister De-Haën-Platz. Quelle: Rainer Surrey
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Gegen wen sie sich richten oder welche Straftatbestände sie zum Inhalt haben könnten, wollte Söfker nicht sagen. Anlass der Prüfung sei die jüngste Presseberichterstattung über den Altlastenfall. Zuletzt hatte diese Zeitung unter anderem darüber berichtet, dass die Region Hannover seit 2003 von einem Gutachten wusste, in dem erstmals von der Möglichkeit einer radioativen, aber auch einer „umfangreichen“ chemischen Verseuchung des Wohngebietes die Rede war. Konkrete Schritte unternahm die Region allerdings erst 2008.

Das Gutachten beschäftigt sich an mehreren Stellen mit dem „Kontaminationspotenzial“ des Gebiets rund um den De-Haën-Platz. Zu den in der ehemaligen Chemiefabrik Riedel-de Haën möglicherweise angefallenen Schadstoffen zählten auch „radioaktive Elemente (Thorium, Uran, Strontium, Radium)“, heißt es in der Expertise. In Auftrag gegeben hatte sie die Stadt, die die Ergebnisse schließlich der Region übergab. „Zum Zeitpunkt der Übergabe der Akten an die Region erschien sowohl den städtischen als auch den Fachleuten der Region das Radioaktivitätsthema für den betroffenen Zeitraum Anfang des 20. Jahrhunderts nicht plausibel“, sagt der städtische Umweltdezernent Hans Mönninghoff. Erst als ein neuer Sachbearbeiter aufgrund von anstehenden Leitungsarbeiten der Stadtwerke 2008 erneut in die Akten sah, habe er beim Gewerbeaufsichtsamt nach der dortigen Einschätzung der radioaktiven Gefahr gefragt. Für CDU-Regionsfraktionschef Eberhard Wicke liegt der Verdacht nahe, die Regionsverwaltung könnte „die Gefahrenabwehr vernachlässigt“ haben.

Vor dem Hintergrund behördlicher Versäumnisse fordert die CDU nun auch eine größere finanzielle Beteiligung der Stadt an der Sanierung der Flächen. Das Gros der Kosten liegt bei den Wohnungs- und Hauseigentümern in der List. Bisher haben Stadt und Region je eine halbe Million Euro zugesagt, was etwa 22 Prozent der geschätzten Gesamtkosten entspricht.

Altlastenfall Ditterke: Die Staatsanwaltschaft hat die Verfahren gegen den Gehrdener Bürgermeister Hermann Heldermann und den früheren Leiter des Fachbereichs Umwelt der Region, Gerhard Meyer, im Altlastenfall Gehrden-Ditterke eingestellt. Zwar habe es bei der Bearbeitung des Problems „vermeidbare“ Verzögerungen von einigen Monaten gegeben, während derer das Grundwasser länger verunreinigt worden sei. Im Verhältnis zur Gesamtdauer der Verschmutzung von 37 Jahren sei dies jedoch nicht so sehr ins Gewicht gefallen.

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