Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Fall De Haën Strahlenmüll vom De-Haën-Platz kommt nach Sachsen
Hannover Themen Der Fall De Haën Strahlenmüll vom De-Haën-Platz kommt nach Sachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:52 30.07.2009
In diesen Containern lagerte bislang der Strahlenmüll aus der List. Quelle: Christian Behrens
Anzeige

Nach Informationen der HAZ kommen knapp 50 Tonnen des belasteten Erdreiches auf eine Deponie nach Sachsen. Dabei handelt es sich um jenes Material, das die Stadt im Winter auf den öffentlichen Flächen rund um den Platz ausgehoben hatte.

Den Entsorger ausfindig gemacht hat die zuständige Niedersächsische Gesellschaft zur Endablagerung von Sonderabfall (NGS). Der sächsische Entsorger soll auch all die Altasten aufnehmen, die im Zuge der Sanierung der Privatgrundstücke in den kommenden Monaten anfallen werden. Daher hat sich der Entsorger verpflichtet, insgesamt 900 Tonnen der Altlast aufzunehmen. Im Rathaus wollte man sich zu der Sache gestern nicht äußern.

Die monatelange Odyssee des Strahlenabfalls hat die Endablagerung offenbar erheblich verteuert. So soll die Verbringung nach Sachsen nunmehr mit rund 100 Euro pro Tonne zu Buche schlagen – und damit gut doppelt so teuer sein wie gewöhnlich. Der Preis wurde nach Einschätzung von Experten auch dadurch enorm in die Höhe getrieben, dass es an mehreren potenziellen Entsorgungsorten zu kommunalpolitischen Debatten um die Annahme des Strahlenmülls aus Hannover gekommen war.

Nach der Entdeckung der Altlastenproblematik in der List vor gut einem Jahr hatte die Stadt im Februar damit begonnen, verseuchtes Erdreich auszubaggern. Die fünf Behälter mit dem Sondermüll wurden zunächst auf den städtischen Werkhof in Bothfeld gebracht– was aber nicht den Regularien entsprach, wie sich später herausstellte. Daraufhin ließ das Umweltdezernat das Material Anfang März mit dem Verweis auf „rechtliche Gründe“ ins Zwischenlager für Sonderabfälle der Stadtentwässerung in Isernhagen-Süd bringen.

Schon vor Beginn der Arbeiten hatte es sich für die Stadt als schwierig erwiesen, einen Abnehmer für die Altlasten zu finden. Erst lehnten Deponien in Helmstedt und Leverkusen es in letzter Minute ab, den Müll aus Hannover anzunehmen. Später sagte der Entsorger Remondis für seine Deponie in Köln-Hürth zunächst zu, machte dann aber einen Rückzieher. Kritiker machten Hannovers Umweltdezernent Hans Mönninghoff für die Probleme verantwortlich. Er habe die Verbringung des Materials zu früh öffentlich gemacht. Nun aber ist dem Vernehmen nach alles in trockenen Tüchern. Alle zuständigen Behörden hätten zugestimmt, heißt es.

Von Felix Harbart

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach der Entdeckung radioaktiver Altlasten am De-Haën-Platz sind nun in zwei Wohnungen gesundheitlich bedenkliche Radon-Werte gemessen worden. Erhöhte Konzentrationen des radioaktiven Edelgases in der Luft gelten als krebserregend.

29.07.2009

Zum dritten Mal ist die Stadtverwaltung mit dem Versuch gescheitert, eine Deponie für das radioaktiv belastete Erdreich aus der List zu finden. Ursprünglich war der Beginn der Baggerarbeiten für den 19. Januar angesetzt worden.

Tobias Morchner 29.07.2009

Als vor einem Jahr auf dem De-Haën-Platz erhöhte Radioaktivität gemessen wurde, hofften alle Beteiligten auf eine schnelle Lösung. Das Gegenteil trat ein - der Skandal weitete sich immer mehr aus. Inzwischen sind auch Wohnungen betroffen.

29.07.2009
Anzeige