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Am Kröpcke in Hannover beginnt die neue Zeit

Bauarbeiten Am Kröpcke in Hannover beginnt die neue Zeit

Der Hauptbahnhof und die Bahnhofstraße sind anlässlich der Expo verschönert worden, auch der Platz der Weltausstellung und das Operndreieck sind bereits in zeitgemäßem Platzdesign umgestaltet – jetzt folgen die Flächen rund um das Kröpcke-Center.

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Die Plasterarbeiten beginnen in in der Karmarschstraße, von dort geht langsam weiter Richtung Café Kröpcke.

Quelle: Thomas

Hannover. Quadratmeter für Quadratmeter hat sich das neue Kröpcke-Center aus der Umklammerung des Gerüsts geschält, würdevoll reckt sich die neue Gebäudespitze dem Betrachter am zentralsten Platz der Stadt entgegen. Jetzt beginnt die Bauverwaltung damit, auch den Platz vor dem Neubau herzurichten. Die Pflasterarbeiten werden sich insgesamt bis 2014 hinziehen, weil sie in verschiedene Abschnitte unterteilt sind. Die Stadt werde „viel Geduld von Geschäftsleuten und Passanten“ einfordern, entschuldigte sich Oberbürgermeister Stephan Weil gestern vorab für die Unannehmlichkeiten. Dass Hannover bei der derzeitigen „desolaten Kassenlage“ aber mehr als fünf Millionen Euro in die Hand nehme, um die Platzfläche am Kröpcke zeitgemäß zu erneuern, zeige, wie wichtig der Stadt ihr Zentrum sei, betonte Weil: „Ein Symbol des Städtebaus der siebziger Jahre“ werde gerade umgebaut, und der neue Kröpcke solle „ein Symbol der Stadtreparatur“ werden.

Mit dem offiziellen Spatenstich gaben am Montag Strabag-Prokurist Rudolf Sabatier und Sohn Moritz, sowie Oberbürgermeister Stephan Weil und Stadtbaurat Uwe Bodemann (von links) das Startzeichen für den Kröpcke-Platzumbau.

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Den Zuschlag für den ersten Bauabschnitt der Platzgestaltung hat die Strabag-Direktion Hannover erhalten. Auftakt ist an der Engstelle der Karmarschstraße. Das Unternehmen muss sich sputen: In drei Wochen will Wormland mit dem umfassenden Umbau beginnen, das Traditionsgeschäft erhält unter anderem eine neue Fassade. Damit es in der Fußgängerzone an der Stelle nicht zu eng wird, muss die Strabag in diesem Bereich ihre Arbeiten dann schon abgeschlossen haben. Stück für Stück verschiebt sich die Baustelle dann immer weiter auf den Kröpcke. „Wir werden uns bemühen, schlimme Behinderungen zu vermeiden“, sagte Strabag-Prokurist Rudolf Sabatier gestern beim symbolischen Spatenstich zum Beginn der Pflasterung. Derweil geht der Innenausbau im Kröpcke-Center voran. Im Spätsommer will Hauptmieter Peek & Cloppenburg in den Neubauteil des Gebäudes umziehen, in Kürze beginnt der Abbruch des Turms.

Der Hauptbahnhof und die Bahnhofstraße sind anlässlich der Expo verschönert worden, auch der Platz der Weltausstellung und das Operndreieck sind bereits in zeitgemäßem Platzdesign umgestaltet – jetzt folgen die Flächen rund um das Kröpcke-Center. Auslöser seien nicht nur Gestaltungsfragen, betonte Baudezernent Uwe Bodemann gestern: Das Pflaster sei nach Jahrzehnten teils in einem desolaten Zustand. Immer neue Frostschäden hätten den Belägen zugesetzt, sodass es jetzt Zeit für die Grunderneuerung sei. Das Material wird bis zur Decke der darunterliegenden Passerellenetage aufgenommen. Strabag-Prokurist Rudolf Sabatier, dessen Unternehmen den Zuschlag für den ersten Bauabschnitt bekommen hat, versprach gestern beim symbolischen Spatenstich, dass solche Winterschäden nicht mehr vorkommen sollen: „Wir haben aus den Fehlern gelernt und werden unter der Deckschicht so arbeiten, dass durchsickerndes Wasser abgeleitet wird.“
Die Bauverwaltung will die Pflasterarbeiten je nach Baufortschritt am Gebäude selbst vergeben. Insgesamt sind drei Abschnitte vorgesehen:

  • Erster Abschnitt: Der erste Abschnitt dauert voraussichtlich bis Ostern 2012, das Weihnachtsgeschäft ist ausgenommen. Die Strabag-Mitarbeiter beginnen in der Karmarschstraße auf halbem Weg zwischen Platz der Weltausstellung und Kröpcke mit dem Aushub und arbeiten sich stückweise auf den Platz vor. Der gesamte Platzbereich bis zu allen drei U-Bahnabgängen am Kröpcke gehört zum ersten Bauabschnitt. Auch die Kröpcke-Uhr muss den Arbeiten übergangsweise weichen. Gegen September wird auch die Fläche vor den Geschäften in der Karmarschstraße, etwa Wormland, erneuert. Dort gibt es zusätzliche Abdichtungsprobleme, weil alte Keller in den nach dem Krieg verbreiterten Straßenraum ragen.
  • Zweiter Abschnitt: Voraussichtlich ab Ostern wird in der Georgstraße zwischen Café Kröpcke und Kröpcke-Center sowie in dem Bereich der Rathenaustraße auf der anderen Seite des Café-Kröpcke-Komplexes gebaut.
  • Dritter Abschnitt: Der letzte Teil wird Pflasterarbeiten im Bereich der Ständehausstraße und – nach Fertigstellung der Fassadenteile am Center – auch den Anschluss an den Platz der Weltausstellung beinhalten. Anschließend wird dort leicht versetzt auch der große Blätterbrunnen von Emil Cimiotti wieder installiert.
  • Aufzugfrage noch offen: Nach Auskunft von Baudezernent Uwe Bodemann ist noch nicht endgültig geklärt, ob es im Bereich der Karmarschstraße einen zusätzlichen Aufzug geben soll, der von der Straßenebene direkt in die U-Bahnstation fährt. Die Region hatte das kurzfristig in die Planungen eingebracht. Bodemann sagt, die Frage sei, wie viel Elemente der Straßenraum außer den vorhandenen Treppen und Entlüftungsbauwerken noch vertrage – insbesondere da die Station über andere Aufzüge bereits barrierefrei zu erreichen ist.

Conrad von Meding

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Foto: Die Geschäfte sind hell und freundlich, aber die offene Decke stört viele Händler.

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