Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
IdeenExpo „Eine einmalige Technikschau“
Hannover Themen IdeenExpo „Eine einmalige Technikschau“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:58 26.08.2011
Von Volker Goebel
In der Welt der Roboter: Auch in diesem Jahr will die IdeenExpo wieder Jugendliche für Technik begeistern. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Anzeige
Hannover

Volker Schmidt ist seit Herbst 2008 Hauptgeschäftsführer von neun Arbeitgeberverbänden, darunter auch NiedersachsenMetall. Der 50-jährige promovierte Volkswirt zeichnet als Aufsichtsratsvorsitzender für die IdeenExpo verantwortlich und wirbt bundesweit für das Vorzeigeprojekt aus Hannover.

Herr Schmidt, zum dritten Mal nach 2007 und 2009 findet vom 27. August bis zum 4. September die IdeenExpo in Hannover statt. Wenn Sie jemandem, der das Projekt nicht kennt, mit wenigen Worten beschreiben sollten, worum es dabei geht – was sagen Sie?

Die IdeenExpo ist eine große Technik- und Lernschau, die der Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall und das Land Niedersachsen vor vier Jahren erstmals auf den Weg gebracht haben, um junge Menschen mit Workshops, Live-Experimenten, aber auch spektakulären Open-Air-Konzerten für Technik zu begeistern. Inzwischen ist die IdeenExpo mit den vielen Schulklassen, die auf das Expo-Gelände kommen, nicht nur das größte Klassenzimmer der Welt, sie ist auch die bedeutendste Jobbörse für den technisch interessierten Nachwuchs.

Was heißt das ganz konkret in Zahlen?

Auf der ersten IdeenExpo 2007 zählten wir 170.000 Besucher, auf der zweiten im Jahr 2009 waren es dann schon 283.000. Für dieses Jahr rechnen wir mit einem ähnlich starken Andrang. Die Zahl der Aussteller hat sich noch einmal um 40 Prozent erhöht, wir haben in diesem Jahr weit über 200. Die IdeenExpo findet wieder in der Messehalle 9 statt, die Ausstellungsfläche haben wir von 60.000 auf 80.000 Quadratmeter erweitert, indem wir die Expo-Plaza mit einbezogen haben.

Das hört sich an, als würde die IdeenExpo so langsam an ihre Grenzen stoßen ...

Tatsächlich hatten wir in den letzten drei Monaten Anfragen von zahlreichen Unternehmen, die gern noch dabei gewesen wären, die wir aber nicht mehr unterbringen konnten. Wir begreifen das als Verpflichtung: Für die nächste IdeenExpo im Jahr 2013 müssen wir in größeren Dimensionen denken. Die Vorbereitungen laufen schon jetzt an, wir überlegen, welche weiteren Flächen wir dazunehmen. Die IdeenExpo findet auch bundesweit immer stärkere Resonanz, weil es so eine Veranstaltung kein zweites Mal in Deutschland gibt. Wir haben uns in diesem Segment zum absoluten Marktführer entwickelt, auch weil die Rahmenbedingungen am Standort Hannover ideal sind. Wir sind das Technik-Event Europas.

Was genau ist so toll hier?

In Sachen Forschung und Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren enorm viel getan in Niedersachsen – und speziell in der Region Hannover. Das Pharmaunternehmen Boehringer baut sein tiermedizinisches Forschungslabor in Hannover – nicht in den USA. Johnson Controls will am hiesigen Standort eine ganz neue Generation von Batterien entwickeln und produzieren und investiert dafür Millionen. Der Baumaschinenhersteller Komatsu hat seine europaweite Forschung und Entwicklung in Hannover konzentriert, weil hier Maschinenbau- und Elektroingenieure mit einer Qualifikation wie sonst nirgendwo in Europa zu finden sind. Daimler Benz und Bosch werden in Hildesheim Elektromotoren produzieren und zahlreiche neue qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Eine EU-Studie zeigt, dass es keine andere Region in Europa gibt, in der Forschung so intensiv betrieben wird wie im Städtedreieck Hannover, Braunschweig, Göttingen. Für die IdeenExpo heißt das: Wann, wenn nicht jetzt. Wer, wenn nicht wir. Und wo, wenn nicht hier bei uns in Hannover.

Und wo genau haken Sie mit Ihrer Technikschau ein?

Bei den Besuchern haben wir drei Zielgruppen im Blick: Bei den 8- bis Zwölfjährigen wollen wir eine Begeisterung für Technik wecken, die nachhaltig wirkt – denn Fachkräfte haben Lieferzeit. Darüber hinaus sind mir die 14- bis 16-Jährigen besonders wichtig, denen die IdeenExpo Hilfestellung für die berufliche Orientierung geben soll. Die Unternehmen präsentieren sich bei den Ausstellungen sehr häufig mit ihren Auszubildenden, sprechen den jugendlichen Besucher direkt an und signalisieren: Wir haben Interesse an Dir! Es sind somit echte Perspektiven, die wir jungen Menschen bieten. Bei der dritten Gruppe geht es um all jene, die ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben und einen passenden Arbeitgeber suchen. So haben wir einen ganzen Tag, nämlich den 2. September, ganz speziell auf Studenten zugeschnitten.

Was haben die Unternehmen unterm Strich von der IdeenExpo?

Wir haben nach der Veranstaltung 2009 die Personalleiter unserer Mitgliedsfirmen befragt. Sie geben an, dass sie 50 bis 70 Prozent der jungen Leute, mit denen sie auf der IdeenExpo gesprochen haben, am liebsten sofort eingestellt hätten. Es hat sich herumgesprochen, dass Unternehmen auf dieser Veranstaltung wie sonst nirgendwo in Kontakt kommen mit technisch interessierten jungen Menschen. Es gibt inzwischen unzählige Beispiele, wie Unternehmen auf der IdeenExpo eine Verbindung zu Jugendlichen hergestellt haben, die dann ihren beruflichen Werdegang bei diesen Unternehmen begonnen haben. Es lohnt sich also für die Firmen, und es muss sich lohnen, denn viele lassen sich ihre Präsentation auf der IdeenExpo zum Teil 50.000 Euro oder deutlich mehr kosten. Am Ende ist es ein Gewinn.

Und was wird Ihr ganz persönlicher Höhepunkt der IdeenExpo 2011?

Es ist schon eine Sensation, dass Volkswagen sein neues Ein-Liter-Auto exklusiv auf der IdeenExpo präsentieren wird, noch vor der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt am Main. Das zeigt auch, welch große Bedeutung ein Konzern wie VW unserer Veranstaltung in Hannover beimisst.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige