Die langjährige Debatte um den Landtagsumbau ist vorerst beendet: Die Abgeordneten haben sich für einen Neubau und damit für den Abriss des alten Plenarsaals entschieden. Aufgrund der angespannten Finanzlage ist der Zeitpunkt der Umsetzung jedoch wieder völlig offen. Alles zum Thema.
Die Landtagsmehrheit hält trotz Finanzkrise und drohenden Milliardenlücken im Landeshaushalt an den Plänen für eine Umgestaltung des Plenarsaals fest. Das beschloss am Montag die Baukommission.
Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) rechnet damit, dass bei einem Landtagsumbau auch Teile des alten Plenarsaals erhalten bleiben können.
Der massive Protest der Bürger beim Tag der offenen Tür im Landtag gegen den Abriss des Plenarsaals zeigt Wirkung. Es sei „schon beeindruckend, dass viele in der Bevölkerung eine andere Position beziehen“, sagte Landtagspräsident Hermann Dinkla.
Im Landtag zeichnet sich eine breite Mehrheit dafür ab, den alten, vom Architekten Dieter Oesterlen geschaffenen Plenarsaal in Hannover abzureißen und einen Neubau zu errichten.
Die Debatte um den Landtagsumbau rückt das Thema Denkmalschutz ins Zentrum. Wie wird ein Haus eigentlich zum Denkmal? Alles zum Thema.
Zuerst die gute Nachricht: Wahrscheinlich werden in der Innenstadt von Hannover 40, 45 oder mehr Millionen Euro in den Bau eines neuen Gebäudes investiert. Gar nicht gut: Der Neubau erzwingt die Zerstörung eines Baudenkmals von Rang, und er wird komplett über Schulden finanziert.
Säulen von gestern, Säulen von morgen? Einige Überlegungen zum repräsentativen Bauen - anlässlich des Formstreits um den Landtagsplenarsaal in Hannover
Die komplette Mitschrift der Landtagsdebatte am 16. März gibt es hier als PDF-Dokument (77 Seiten, 336,3 kB):
Zur Eröffnung des Landtags im Leineschloss am 11. September 1962 dokumentierte die HAZ die Rede des Architekten Prof. Dieter Oesterlen. Sie können die Rede hier als PDF herunterladen: