Die langjährige Debatte um den Landtagsumbau ist vorerst beendet: Die Abgeordneten haben sich für einen Neubau und damit für den Abriss des alten Plenarsaals entschieden. Aufgrund der angespannten Finanzlage ist der Zeitpunkt der Umsetzung jedoch wieder völlig offen. Alles zum Thema.
Die Entscheidung schien gefallen: Die Abgeordneten hatten sich Mitte des Jahres sich für einen Neubau und damit für den Abriss des alten Plenarsaals entschieden. Jetzt nährt ein Gutachten Zweifel am Landtagsabriss.
Die Gegner des Landtagsabrisses haben nur 2859 der erforderlichen Mindestanzahl von 25.000 Unterschriften für ein Volksbegehren zum Erhalt des alten Landtagsgebäudes in Hannover zusammen bekommen und verzeichnen damit eine herbe Schlappe.
Die für Mittwoch beantragte Demonstration gegen den Abriss des Plenargebäudes am Landtag ist nicht genehmigt worden. Das hat das Innenministerium der „Initiative Bürgerbeteiligung Landtag“ mitgeteilt.
Schlechte Nachrichten für die Anhänger des von Dieter Oesterlen geschaffenen Landtags-Plenarsaals in Hannover: Das Architekturbüro Koch/Panse, das den Bau erhalten und lediglich umbauen will, will nicht mehr klagen.
Der umstrittene Neubau des niedersächsischen Landtags rückt näher: Das Oberlandesgericht (OLG) Celle wies bereits in der vergangenen Woche einen Eilantrag des Architekturbüros Koch/Panse aus Hannover ab, teilte das OLG am Mittwoch mit. Dadurch ist das Land in der Lage, die ruhenden Vergabearbeiten wieder aufzunehmen, sagte eine Sprecherin.
Der Niedersächsische Heimatbund und Klaus Stichweh, der als langjähriger Unternehmer Eigentümer mehrerer Nachkriegsdenkmälern im Herzen Hannovers ist, haben Klage eingereicht. Sie wollen den Landtag per Gericht zwingen, den Beschluss aufzuheben und endlich in die Sanierung des Baus zu investieren.
Trotz Mehrheitsbeschluss deutet nichts mehr darauf hin, dass der Landtagsplenarsaal zügig abgerissen wird.
Der umstrittene Landtagsabriss in Hannover hat eine erste juristische Hürde genommen: Die Vergabekammer in Lüneburg hat den Einspruch gegen die Auftragsvergabe an den Kölner Architekten Eun Young Yi zurückgewiesen.
Die Debatte um den Landtagsumbau rückt das Thema Denkmalschutz ins Zentrum. Wie wird ein Haus eigentlich zum Denkmal? Alles zum Thema.
Zuerst die gute Nachricht: Wahrscheinlich werden in der Innenstadt von Hannover 40, 45 oder mehr Millionen Euro in den Bau eines neuen Gebäudes investiert. Gar nicht gut: Der Neubau erzwingt die Zerstörung eines Baudenkmals von Rang, und er wird komplett über Schulden finanziert.
Säulen von gestern, Säulen von morgen? Einige Überlegungen zum repräsentativen Bauen - anlässlich des Formstreits um den Landtagsplenarsaal in Hannover
Die komplette Mitschrift der Landtagsdebatte am 16. März gibt es hier als PDF-Dokument (77 Seiten, 336,3 kB):
Zur Eröffnung des Landtags im Leineschloss am 11. September 1962 dokumentierte die HAZ die Rede des Architekten Prof. Dieter Oesterlen. Sie können die Rede hier als PDF herunterladen: